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Nebenwirkungen richtig deuten
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 15. September 2018
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
„Und die Tabletten soll ich einnehmen?“ denkt sich so mancher Anwender, wenn er den Beipackzettel seines neuen Medikaments durchliest: Da stehen drei Wirkungen zwölf bedrohlich klingende Nebenwirkungen gegenüber.

Dabei übersieht man nur allzu leicht, dass diese unerwünschten Wirkungen ja keineswegs auftreten müssen, sondern oft nur zu einem verschwindend kleinen Prozentsatz auftreten können. Diese Auflistung möglicher Nebenwirkungen ist manchmal daran schuld, dass ein ärztlich verordnetes Medikament nicht angewendet wird. So kann eine erklärende, informativ gemeinte Gebrauchsinformation Behandlungserfolg und Heilung in Frage stellen.

Bei der Arzneimittel-Registrierung legen die Gesundheitsbehörden hohe Sicherheitsstandards an. Ein neuer Stoff muss genau erforscht und in seinen Haupt- und Nebenwirkungen exakt dokumentiert sein, bevor er die Zulassung erhält. Dabei können auch in Schwere und Häufigkeit höchst unterschiedliche Nebenwirkungen zutage treten. Eine leichte Übelkeit bei der ersten Einnahme sollte beispielsweise kein Anlass sein, eine verordnete Behandlung abzubrechen.

Suchen Sie in diesem Fall vielmehr umgehend den fachlichen Rat Ihres Arztes oder Apothekers, um gemeinsam die weitere Vorgangsweise zu besprechen. Erkundigen Sie sich vor jeder Ersteinnahme nach Neben- und Wechselwirkungen, je mehr Sie über Ihre Behandlung wissen, umso besser können Sie selbst zu Ihrer Gesundung beitragen. Falls Sie zum „Fachchinesisch“ des Beipackzettels Fragen haben, wenden Sie sich damit ruhig an die Apothekerin oder den Apotheker Ihres Vertrauens.

Unsere Arzneimittel sind sehr sicher, aber sie sind Waren besonderer Art. Richtige Anwendung in der richtigen Dosierung sowie kompetente Information führt zu einem optimalen Nutzen-Risiko-Verhältnis.