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Fieberblasen richtig behandeln
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 20. Oktober 2018
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Diese lästigen Bläschen entstehen durch eine Infektion mit Herpes-Viren. Die Erstinfektion erfolgt meist im Kindesalter, über 90 Prozent der Erwachsenen tragen den Erreger schon in sich. Die Viren ziehen sich in Nervenzellen zurück und werden durch verschiedene Auslöser immer wieder aktiviert: etwa bei Stress, Kummer, Schlafmangel oder starker UV-Bestrahlung.

Auch wenn das Immunsystem mit einem fieberhaften Infekt beschäftigt ist, wandern die Herpes-Viren in oberflächliche Hautzellen, daher die Bezeichnung Fieberblase.

Die Erreger vermehren sich dort und bilden nach einer Phase mit Kribbeln, Jucken und Spannungsgefühl die lästigen Bläschen. In dieser Zeit ist man hoch ansteckend und sollte auf jeden Fall eine Übertragung der Erreger auf Augen, Nase oder Genitalien vermeiden, da daraus ernste und langwierige Folgeerkrankungen entstehen können.

In der Behandlung finden neben strikter Hygiene verschiedene Arzneistoffe in Cremeform Verwendung. Aciclovir und Penciclovir bremsen die Vermehrung der Viren in den oberen Hautzellen. Die Creme sollte fünfmal täglich aufgetragen werden. Salben mit Melissen-Extrakt oder dem Wirkstoff Docosanol verhindern das Eindringen der Erreger in die Hautzellen, sind aber auch gut zur Vorbeugung und zum Abheilen geeignet. Daneben gibt es noch Salben und Gele mit austrocknender und desinfizierender Wirkung.

Wichtig ist jedenfalls die möglichst frühzeitige Anwendung dieser Salben. Am besten, Sie tragen sie beim ersten Kribbeln, Brennen oder Jucken auf, so lässt sich manche Fieberblase überhaupt verhindern oder zumindest klein und in der Dauer kurz halten.

Gegen immer wiederkehrende Fieberblasen hilft auch eine Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte, beispielsweise durch die Einnahme von Präparaten mit Zink, Selen oder Sonnenhutextrakt.