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Impfauffrischungen
 
Seit Ende des 19. Jahrhunderts steht den Menschen eine großartige Möglichkeit zur Verfügung; schwerwiegende Infektionskrankheiten zu verhindern bzw - wie im Fall der Pocken - völlig auszurotten: die Schutzimpfung.
 
Mag. pharm. Natalie Gruber
Apothekerin in Linz
    Krankheiten, deren Erscheinungsbild und Folgen wir heute nur mehr aus Büchern kennen, werden durch Impfungen aus unserem Alltag verbannt. Der Einzelne ist dabei sowohl durch die individuelle Impfung geschützt als auch durch eine kollektive Immunität bei hohen Durchimpfungsraten, zu der er selbst wiederum beiträgt.
    Das Bundesministerium für Gesundheit veröffentlicht jährlich einen Impfplan, der Impfempfehlungen beinhaltet, die dem neuesten Stand der Wissenschaft entsprechen. Während an die Impfungen im Kindesalter von Kinderärzten und Schulen regelmäßig erinnert wird, ist jeder Erwachsene für die Auffrischung selbst verantwortlich.
    Für Diphtherie, Tetanus, Polio und Keuchhusten steht dabei eine Vierfach- Kombinationsimpfung zur Verfügung, mit der ab dem 18. Lebensjahr alle zehn Jahre der Schutz gegen diese Krankheiten erneuert wird. Ab dem 65. Lebensjahr wird die Impfung alle fünf Jahre empfohlen.
    In Österreich besonders wichtig ist die Impfung gegen FSME („Zeckenimpfung“). Diese schützt gegen eine gefährliche Entzündung des Gehirns sowie der Hirnhäute; eine Erkrankung, die durch den Biss von Zecken übertragen wird. Die Impfung soll alle fünf Jahre aufgefrischt werden, auch hier verringert sich der Abstand ab dem 65. Lebensjahr auf drei Jahre.
    Ab dem 50. Lebensjahr erhöht sich das Risiko, durch Pneumokokken an einer schweren Lungenentzündung zu erkranken. Es wird zu dem Zeitpunkt empfohlen, gegen diese Keime durch zwei Impfungen im Abstand von einem Jahr vorzubeugen. Eine Auffrischung ist danach nicht mehr nötig.
    Von besonderem Interesse ist auch die Impfung gegen Mumps, Masern und Röteln. Für einen vollständigen Impfschutz sind zwei Impfungen nötig, die im Normalfall im Kindesalter verabreicht werden. Viele Erwachsene haben in ihrer Kindheit jedoch nur eine Impfung erhalten. In diesem Fall wird empfohlen, die Zweite bis zum 45. Lebensjahr gratis nachzuholen.
    Humane Papillomaviren (HPV) sind eine große Gruppe an Krankheitserregern, die bei infizierten Zellen zu unkontrolliertem Wachstum führen können. Im gutartigen Fall entstehen daraus z.B. Genitalwarzen; manche Subtypen sind jedoch verantwortlich für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. In Ländern, in denen die Durchimpfungsrate gegen HPV bereits sehr hoch ist, ist ein massiver Rückgang der Karzinom- Vorstufen zu beobachten. Die Impfung besteht aus drei Teilimpfungen und sollte noch vor Eintritt ins sexuell aktive Alter erfolgen; es ist jedoch für Männer bis zum 26. und Frauen bis zum 45. Lebensjahr möglich, sie nachzuholen.
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Besser bekannt ist die Impfung gegen Influenza, die „Grippe- Impfung“. Ab dem 50. Lebensjahr wird sie in jährlichem Abstand empfohlen; ebenfalls für immungeschwächte Personen sowie jene, die kranke Mitmenschen betreuen. Da der Impfstoff jedes Jahr verändert wird, ist eine derart häufige „Auffrischung“ nötig.
Der allg. Impfplan ist eine grundsätzliche Empfehlung, die im Einzelfall oft in manchen Punkten abweichen kann. Lebensstil, Grunderkrankungen, Arbeitsbereich etc. beeinflussen die individuellen Voraussetzungen und können ein anderes Impfverhalten notwendig machen. Sind Sie unsicher, welche Impfungen Sie persönlich auffrischen sollten, kommen Sie in Ihre Apotheke.
Wir oberösterreichischen Apothekerinnen und Apotheker beraten Sie gerne!