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JUNIORMED - Altersgerechte magistrale Arzneimittel
 
Zukunftsweisende Qualitätsoffensive zur Arzneimittelversorgung von Kindern und Jugendlichen
 




Dieses interdisziplinäre Projekt ist eine Initiative der Apothekerkammer Oberösterreich und wird vom Bundministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sowie vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger gefördert. Zu den starken Unterstützern zählen die Österreichische Gesellschaft für Kinder und Jugendheilkunde, die Österreichische Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin, das Land Oberösterreich, die Paracelsus Medizinische Privatuniversität sowie die Universität Innsbruck. Kinder und Jugendliche benötigen spezielle Betreuung und speziell dosierte Medikamente. Oft aber fehlt es an adäquaten Arzneimitteln, weil schlicht keine Fertigpräparate in richtiger Dosierung oder Arzneiform zur Verfügung stehen. Diese Minderversorgung einer hochsensiblen Patientengruppe bedarf individueller Problemlösungen. Ist kein industriell zugelassenes Medikament verfügbar, stellen Apotheker auf Basis ärztlicher Verordnung magistral angefertigte Arzneimittel her.

Standardisierung ist dringend erforderlich
Ziel ist es mit dem Projekt JUNIORMED durch bundesweite Sammlung und Evaluierung der vorhandenen magistralen Rezepturen – basierend auf dem aktuellen Wissensstand – eine einheitliche und qualitätsgesicherte Standardisierung von magistralen Rezepturen für Kinder und Jugendliche durchzuführen. „Dabei handelt es sich um eine zukunftsweisende Qualitätsoffensive zur Arzneimittelversorgung von Kindern und Jugendlichen sowie um eine interdisziplinäre Kooperation von Apotheken, Ärzten und Universitäten“, so die Vizepräsidentin der Apothekerkammer Oberösterreich, Mag. pharm. Monika Aichberger.

Großer Bedarf an magistraler Zubereitung für Kinder und Jugendliche
Die magistrale Zubereitung stellt den Arzt und Apotheker in Hinblick auf die Wirkstoffdosierung, Wechselwirkungen und galenische Zubereitung vor komplexe Anforderungen. Offizielle Richtlinien dazu finden sich im Österreichischen und Europäischen Arzneibuch, sind aber in der täglichen Praxis oft nicht ausreichend. Es haben sich über die Jahre teilweise veraltete Zusammensetzungen oder Dosierungen etabliert - hier setzt JUNIORMED an. „Die Umsetzung des Projekts schafft Unabhängigkeit vom jeweiligen Arzneimittelmarkt und eine gesicherte Arzneimittelqualität in Therapiebereichen, die nicht durch Fertigarzneien beantwortet werden können.“, berichtet Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Apothekerkammer Oberösterreich und Initiatorin des Projekts.

JUNIORMED: Fahrplan
Der Weg zur Standardisierung erfolgt durch die österreichweite Sammlung häufig ausgestellter und verwendeter magistraler Rezepturen von Apotheken, niedergelassenen Ärzten und Spitälern. Diese Empfängergruppen wurden per Einladungsbrief um Mitarbeit ersucht und weiterführende Informationen zur Rezepturenrückmeldung übermittelt. Im nächsten Schritt werden die Daten in eine Datenbank zur Kategorisierung, Strukturierung und Verdichtung übersetzt. Anschließend erfolgt die Bewertung durch ein Expertenteam, das sich aus Fachärzten, pharmazeutischen Technologen, Pharmakologen und Pharmazeuten zusammensetzt. Nach der Überarbeitung wird eine Zusammenführung qualitätsgeprüfter Empfehlungen stattfinden und die Kompilierung eines Standardwerkes mit Grundrezepten für verschiedene Indikationen und Diagnosen entstehen. Die Ergebnisse werden schließlich an die ärztlichen und pharmazeutischen Zielgruppen österreichweit verbreitet und kommuniziert.

Starke Partner
Zum Zweck dieser Datenerhebung schließen sich die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ), die Österreichisches Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) und die Apothekerkammer Oberösterreich zusammen, um ein repräsentatives Ergebnis zu erzielen. „In diesem besonderen Medikationsbereich ist es erforderlich, dass sich Medizin und Pharmazie interdisziplinär optimal ergänzen. Wir nutzen eine großartige Chance zur Zusammenführung von standardisierten magistralen Rezepturen für Kinder und Jugendliche. Dieses Projekt setzt einen ersten Schritt, der zur weiteren Realisierung einer umfassenden Arzneimitteldatenbank im Kinder- und Jugendmedikationsbereich führen soll.“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde.
Aufgrund der ständig anwachsenden Informationsmenge und der knappen Zeit in der täglichen medizinischen Praxis sind qualitätsgesicherte, standardisierte Behandlungsempfehlungen von entscheidender Bedeutung. „Die Magistralrezeptur hat sich im Kinder- und Jugendbereich zu einer bedeutenden Therapievariante entwickelt, um den speziellen Bedürfnissen dieser Patientengruppe mit höchster therapeutischer Sorgfalt zu begegnen. Wissentlich, dass die Ansprüche in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind, wollen wir die Zusammenführung von qualitätsgeprüften, standardisierten magistralen Zubereitungen unterstützen“, so MR Dr. Christoph Dachs, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin.

Weitere Informationen finden Sie auch unter www.juniormed.at.