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Ginseng: Diese Heilpflanze ist schon lange, nicht nur in Asien bekannt
 
 
Es gibt von der Ginsengwurzel (Stammpflanze: Panax ginseng, Araliaceae) mehrere Handelssorten, unter denen der koreanische Ginseng am höchsten geschätzt wird, gefolgt von chinesischem, japanischem und amerikanischem Ginseng. In der ostasiatischen Medizin galt diese Pflanze als Allheilmittel (die Bezeichnung Panax für die Pflanze leitet sich über das Lateinische vom Griechischen panax her, was so viel wie Allheilmittel bedeutet), was auf die Gestalt der Wurzel, die mit etwas Phantasie menschenähnliche Form hat, zurückzuführen ist. Der hohe Preis der Ginsengwurzel ist im langwierigen und heiklen Anbau begründet. Die Zucht erfolgt nur durch Samen und braucht bis zur Erntereife 5 bis 6 Jahre, wobei das Gedeihen der Pflanze besondere Sorgfalt erfordert. Nach der Ernte der Ginsengwurzel muss der weitere Anbau auf andere Felder verlegt werden. Am gleichen Platz gedeiht infolge des Entzuges der wichtigen Nährstoffe kein weiterer Samen mehr. Man unterscheidet weißen und roten Ginseng.

WEISSER GINSENG (offizinell im DAB 9, ÖAB und in Ph. Helv. VII):

Die Wurzeln werden in der Sonne, zuweilen im Ofen getrocknet. Die äußerste Korkschicht löst sich ab, sie ist in der Farbe mit der Eibischwurzel vergleichbar.

ROTER GINSENG (in Japan offizinell):

Entsteht, wenn die Wurzeln mit heißem Wasser oder Dampf behandelt und anschließend getrocknet werden. Über Radix Ginseng gibt es umfassende wissenschaftliche Literatur, Hauptinhaltsstoffe sind Saponoside sowie verschiedene andere Glykoside mit Saponincharakter.


Indikationen:
Wissenschaftlich belegt:
Als Tonikum zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeits- und Schwächezuständen, nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie in der Rekonvaleszenz.
Ginseng ist auf Grund klinischer Untersuchungen geeignet, das Leistungsvermögen, Reaktionsvermögen und die Lungenfunktion des Menschen positiv zu beeinflussen. Zu beachten ist, dass die Wirkung nicht schlagartig einsetzt.

Unerwünschte Wirkungen:
Relativ selten und nur bei hoher Dosierung und/oder Anwendung über sehr lange Zeit: Übererregbarkeit mit Schlaflosigkeit, Niedergeschlagenheit und nervöse Unruhe, Durchfälle (besonders am Morgen). Ginsengextrakte sollten nicht gemeinsam mit Koffein enthaltenden Genußmitteln verwendet werden, da dies zum "Ginsengmißbrauchsyndrom" mit Bluthochdruck, Nervosität, Schlaflosigkeit, morgendlicher Diarrhoe, Ödemen und Euphorie führen könnte. Ebenso muß man Hypertonikern von einer Einnahme abraten, da es zu einer Blutdrucksteigerung kommen könnte.

Empfohlene Dosierung:
Aufguss (Tee): 3 g fein geschnittene Ginsengwurzeln mit kochendem Wasser übergießen, 5 – 10 min lang zugedeckt stehen lassen und dann abseihen. Die Einnahme soll 1 – 3mal täglich über 3 – 4 Wochen erfolgen.
1 Teelöffel = etwa 3,5 g

Extrakte: Tagesdosis entsprechend 25-30 mg Ginsenoside.
Berechnungsgrundlage: 1,5 g Droge (entspricht ca. 300 mg Extrakt).

Phytopharmaka: Es sind mehrere Fertigarzneimittel, die entweder die gepulverte Droge (z.T. auf Ginsenosidgehalt standardisiert) oder Extrakte enthalten.
Ginsengpräparate sind über einen längeren Zeitraum (bis zu 3 Monate) einzunehmen, nach einer Pause ist eine erneute Anwendung möglich.