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Apotheker: Das Studium, der Beruf
 
Aktuelle Informationen für alle, die am Pharmaziestudium interessiert sind
 
Die Arzneimittel, die Heilmittel - die Kenntnisse ihrer Zusammensetzung und ihrer Wirkungsweisen, ihre Herstellung, Lagerung und Zubereitung, die richtige Anwendung, das ist, vereinfacht ausgedrückt, die Kompetenz und die Aufgabe des Apothekers.

Die Diagnose und Therapie (also das Erkennen und Heilen von Krankheiten) ist die primäre Aufgabe des Arztes.

Bereits Friedrich II. von Hohenstaufen (1194 - 1250), Römisch-Deutscher Kaiser und König von Sizilien hat im Jahre 1241 richtungsweisend für die Entwicklung des europäischen Gesundheitswesens eine Medizinalordnung erlassen, in der er u.a. die beiden Berufe Arzt und Apotheker trennte, weil er erkannte, dass jeder der beiden Berufe seine speziellen Aufgaben hat und seine besondere Ausbildung braucht.

Diese Spezialisierung und partnerschaftliche Ergänzung unter den Heilberufen hat schon immer die verantwortungsvolle Aufgabe des Apothekers und das gesellschaftliche Ansehen des Apothekerberufes geprägt. Die Apotheke war deshalb schon seit den Anfängen ihrer jahrhundertealten Tradition nicht nur eine Abgabestelle von Arzneimitteln, sondern eine wichtige Drehscheibe für Informationen, Ratschläge und Hilfe in Fragen der Gesundheit und des allgemeinen Wohlbefindens.

Bedürfnisse, Beschwerden, Wünsche und Interessen werden gerade im bereits angebrochenen Zeitalter der sogenannten post-industriellen Informationsgesellschaft zunehmend spezifischer, zunehmend individueller. Auch im Bereich der Gesundheit.

Und nicht nur das Heilen von Krankheiten ist die Aufgabe der Gesundheitsberufe, sondern zunehmend stärker auch das Vorbeugen. Die rechtzeitige Information, das Aufklären, das Beraten, um individuelle Initiativen zur Erhaltung der Gesundheit wirkungsvoll fördern und unterstützen zu können.

Und darum hat der Beruf des Apothekers nicht nur eine große Tradition, sondern auch eine vielversprechende Zukunft.

Wie man Apotheker wird, was man lernen muss, was man können muss, was man sein muss, welche Aussichten man hat, welche Rechte - aber auch welche Pflichten mit dem Apothekerberuf verbunden sind ... darüber lesen Sie in den folgenden Kapiteln.

DAS PHARMAZIESTUDIUM:

Pharmazie kann an den Universitäten Wien, Graz und Innsbruck studiert werden. Die Berechtigung für die Zulassung als ordentliche
Hörerin / ordentlicher Hörer wird durch eine Reifeprüfung an einer österreichischen höheren Schule bzw. eine Studienberechtigungsprüfung
erworben. Für bestimmte Typen der höheren Schulen, in denen Biologie und Latein nicht gelehrt wurde, sind die entsprechenden Ergänzungsprüfungen zu absolvieren, Latein vor Abschluss des ersten Studienabschnittes und Biologie vor Studienbeginn.

Ausländerinnen und Ausländer müssen einen Antrag auf Zulassung zum Studium stellen.

Das Studium selbst bringt für naturwissenschaftlich Interessierte sehr viel Abwechslung. Übungen - im Mikroskopiesaal oder Labor - lockern den Vorlesungsbetrieb auf, sodass bereits auf der Universität ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Theorie und Praxis herrscht. Der feierliche Abschluss des Studiums ist die Sponsion zum Magister der Pharmazie (Mag. pharm.).

Wer sich noch weiter wissenschaftlich spezialisieren will, kann auf dem Gebiet einer pharmazeutischen Wissenschaft anschließend eine Dissertation verfassen und so den Doktorgrad (Dr. rer. nat.) erwerben.


DIE STUDIENFÄCHER

Pharmazie ist ein Lehr- und Forschungsfach innerhalb der Naturwissenschaften mit starkem Bezug zu den Biowissenschaften und der Medizin. Im Zentrum der pharmazeutischen Wissenschaften stehen das Arzneimittel und alle damit in Zusammenhang stehende Aspekte. Die Pharmazie ist jene Wissenschaft, die sich in Theorie und Praxis mit sämtlichen Fragen, die das Arzneimittel (Pharmakon) betreffen, befasst. Dazu zählen insbesondere die Herstellung und Gewinnung sowie die Auffindung von Arzneistoffen aus der belebten und unbelebten Natur, ihre Qualitätssicherung, Lagerung, ihre Wirkungen und Interaktionen, ihre Zubereitungen bzw. Darreichungsformen. Insgesamt stellt die Pharmazie eine integrierte Wissenschaft dar, die aus verschiedenen Disziplinen besteht und innerhalb der Naturwissenschaften eine Verbindung zu medizinischen Fächern bildet.

Die speziell pharmazeutischen Fächer sind:

Die Pharmazeutische Chemie ist die Chemie der Arzneistoffe. Sie befasst sich mit: der Gewinnung und Herstellung, den chemischen und physikalischen Eigenschaften, der Analyse und Qualitätskontrolle, den Wirkungen und den bei der Körperpassage eingetretenen Veränderungen sowie mit der Handhabung und Lagerung dieser überwiegend synthetisch hergestellten biologisch aktiven Substanzen.

Die Pharmakognosie beschäftigt sich mit biogenen, d.h. aus der belebten Natur stammenden Produkten, die als Arzneimittel, pharmazeutische Rohstoffe oder als Hilfsstoffe zu verwenden sind. Die Untersuchungsobjekte stammen vorwiegend aus dem Pflanzenreich, aber auch aus dem Tierreich oder vom Menschen. Daher bestehen enge Beziehungen zu Botanik, Chemie, Biochemie, Mikrobiologie, Pharmakologie, pharmazeutischer Chemie und anderen Disziplinen.

Die Pharmazeutische Technologie befasst sich mit der Verarbeitung von Arzneistoffen zu jener exakt dosierten Form, die erst die therapeutische Anwendung möglich macht, zum Arzneimittel.

Die Pharmakologie ist die Lehre von den Pharmakawirkungen.

Toxikologie ist die Lehre von den für lebende Organismen schädlichen Eigenschaften chemischer Substanzen. Bromatologie ist die Ernährungslehre.

Die Studienpläne finden Sie auf den jeweiligen Websites der Universitäten (s.u.).


DER BERUF

Neben den traditionellen auf das Arzneimittel ausgerichteten Tätigkeiten kommt den AbsolventInnen eine besondere Rolle im Bereich
der Information, Aufklärung und Beratung von PatientInnen und ÄrztInnen zu. Dies erfordert zusätzliche fachübergreifende Kenntnisse sowohl in der patientInnenorientierten Pharmazie als auch in der Krankheitsvorsorge, wobei ökonomische und soziologische Aspekte des Gesundheitswesens sowie ihre Bedeutung für die Gesellschaft zu berücksichtigen sind.

Außer dem klassischen Betätigungsfeld von PharmazeutInnen in der öffentlichen Apotheke, welches derzeit von mehr als 80% wahrgenommen wird, sind AbsolventInnen auf Grund der breiten interdisziplinären Ausbildung auch für andere Betätigungsfelder, wie Pharmazeutische Forschung und Lehre, Pharmazeutische Industrie, Gesundheitsbehörden, Öffentliches Sanitätswesen, Umweltschutz, Suchtgiftanalytik, Rückstandsanalytik, Kontrolllaboratorien, Ernährungswissenschaften, Klinische Pharmazie, Krankenhausapotheken, Pharmazeutischer Großhandel sowie Fachjournalismus, qualifiziert.

DER APOTHEKER

Ähnlich wie bei anderen freien akademischen Berufen, etwa bei Rechtsanwälten, Notaren oder Zivilingenieuren hat der von der Hochschule kommende Magister der Pharmazie 1 Jahr Berufspraxis ("Aspirantenjahr") mit abschließender Prüfung abzulegen. Erst im Anschluss daran kann man als angestellter Apotheker in einer öffentlichen Apotheken oder Anstaltsapotheke eigenverantwortlich arbeiten.

Neben der Tätigkeit als angestellter Apotheker im Volldienst, bietet sich auch die Möglichkeit Teildienste zu versehen.

Frühestens nach fünfjähriger Tätigkeit als angestellter Apotheker ist man berechtigt sich selbständig zu machen und Konzession und Leitung einer bestehenden Apotheke zu übernehmen. Unter gewissen weiteren Voraussetzungen besteht ferner auch die Möglichkeit der Neuerrichtung einer Apotheke.

Apotheker arbeiten aber nicht nur in öffentlichen Apotheken und in Spitalsapotheken, sondern auch in der pharmazeutischen Industrie, im Großhandel, in der Forschung und Lehre, im Ministerium, in der Verwaltung und beim Bundesheer.

PHARMAZIE IN EUROPA:

Die Ausbildung zum Apotheker in Österreich entspricht den Richtlinien des Rates der EWG, d.h. der Abschluss des Pharmaziestudiums samt anschließendem Aspirantenjahr in einer Apotheke berechtigt auch zur Berufsausübung in EG-Mitgliedstaaten bzw. EFTA-Staaten. Ebenso sind aber die in einem EG-(EFTA)Mitgliedstaat zurückgelegten Berufsausbildungen in Österreich anzuerkennen. Das österreichische Apothekengesetz sieht allerdings - wie jene anderer EG-Mitgliedstaaten auch - vor, dass nicht inländische EG- (EFTA-) Bürger nur Apothekenkonzessionen für seit mindestens drei Jahren betriebene Apotheken erhalten - also keine neue Apotheke errichten - können.

AUFGABEN DES APOTHEKERS:

In einer öffentlichen Apotheke bietet sich dem Apotheker bzw. der Apothekerin ein vielfältiges Tätigkeitsfeld: im Interesse grö ßtmöglicher Arzneimittelsicherheit muss beispielsweise jede Apotheke über ein eigenes Labor verfügen, in dem Arzneistoffe auf Identität und Arzneipflanzen auf Inhalt und Wirkstoff untersucht werden. Darüber hinaus nimmt der Apotheker heute in seinem Labor in zunehmendem Ausmaß auch Aufgaben des Umweltschutzes - wie Überprüfung der Wasserqualität - wahr.

Auch die industrielle Herstellung von Arzneimitteln hat nichts daran geändert, dass Apotheker nach den Rezepten eines Arztes nach wie vor selbst Arzneimittel herstellen.

In vielen Apotheken gibt es auch sogenannte Hausspezialitäten .... rezeptfreie Arzneien, Teemischungen, Sirupe, Tropfen, Kapseln usw., die der Apotheker nach seinen eigenen Rezepten herstellt

Neben rezeptpflichtigen und rezeptfreien Arzneimitteln ist der Apotheker in einer öffentlichen Apotheke aber auch mit Heilpflanzen und mit Produkten, die im weitesten Sinn der Gesundheit dienen (von Verbandsstoffen bis zur Spezial-Kosmetik, von Verhütungsmitteln bis zur Babynahrung) befasst. Das Angebot und die Nachfrage an Produkten dieser Art wächst, weil in der Bevölkerung das Bedürfnis zunehmend größer wird, selbst für die Gesundheit und für das Wohlbefinden das Richtige zu tun.

Damit wächst eine Aufgabe des Apothekers, die schon immer eine der Wurzeln seiner gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Bedeutung war: Die Aufgabe zu beraten, informieren und zu helfen.

DAS TEAM IN DER APOTHEKE:

Die pharmazeutischen Fachkräfte, das sind die selbständigen und angestellten Apotheker, sind Teil des Apothekenteams, dem auch die sogenannten Pharmazeutisch-kaufmännischen Assistenten (Apothekenhelfer) angehören. Um den Apotheker von der Belastung mit nicht eigentlichen pharmazeutisch-fachlichen Arbeiten zu befreien und ihn für die Ausübung seiner verantwortlichen Tätigkeit, die nach den gesetzlichen Bestimmungen nur von ihm allein vollzogen werden darf, freizustellen, wurde der Beruf der Pharmazeutisch-kaufmännischen Assistenten (PKA) geschaffen. PKA wird man, indem man nach der Schulpflicht drei Jahre als Lehrling in einer Apotheke arbeitet (für Maturanten verkürzt sich die Lehrzeit auf 2 Jahre), die Berufsschule besucht und mit der Lehrabschlussprüfung abschließt.

Das Aufgabengebiet der PKA ist - vereinfacht gesagt - neben den schon in der Berufsbezeichnung genannten kaufmännischen Tätigkeiten wie Buchführung, Preiskalkulation, Logistik, Kostenrechnung und Inventur die Mithilfe bei pharmazeutischen Tätigkeiten (daher war die alte, bis 1994 für diesen Beruf übliche Bezeichnung "Apothekenhelfer") sowie der Verkauf von Artikel aus dem sogenannten Randsortiment.
Darüber hinaus gibt es in den Apotheken sogenanntes Hilfspersonal ohne Berufsausbildung, das - wieder grob gesagt - z.B. für die Reinigungsarbeiten zuständig ist.

EINIGE STATISTISCHE DATEN:

Arbeitplätze in Österreichs Apotheken, Anzahl und Verteilung der Apotheken und Krankenhausapotheken Österreich, Studentenzahlen und Studienabschlüsse: siehe Apotheke in Zahlen Schlagworte.


WICHTIGE ADRESSEN:

Universität Wien:
Fakultät für Lebenswissenschaften, UZA II
Zentrum Pharmazie
Althanstraße 14, 1090 Wien
Tel.: +43 (0)1/4277-0
Department für
Pharmazeutische Chemie, Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie, Pharmakognosie, Pharmakologie und Toxikologie

Universität Graz:
Naturwissenschaftliche Fakultät,
Universitätsplatz 4, 8010 Graz
Tel.: +43 (0)316/380-8700
Institut für pharmazeutische Wissenschaften
    Universität Innsbruck:
    Fakultät für Chemie und Pharmazie
    Innrain 80/82, 6020 Innsbruck
    +43 (0) 512 / 507 - 58401
    Institut für Pharmazie
      Paracelsus Medizinische Privatuniversität
      Strubergasse 21, Haus B (2.OG)
      5020 Salzburg


      Link zur Infoplattform für PharmaziestudenInnen Pharmapoint.at: Pharmapoint nutzt das Internet und seine Möglichkeiten, um allen Pharmaziestudenten aktuelles pharmazeutisches Wissen einfach und schnell zur Verfügung zu stellen. (Aktuelle Informationen über das Studium, Skripten, Hilfe bei der Inskription, Prüfungsfragen und vieles mehr....)

      Studentenvertretungen:

      Wien:
        Studentenvertretung Pharmazie an der Universität Wien, Althanstraße 14 A - 1090 Wien Tel/Fax: 4277 19761
        Akademischer Fachverband Österreichischer Pharmazeuten (AFÖP) E-mail: office@afoep.at Homepage: www.afoep.at
        Pharmazeutische Studenteninitiative (PSI) Borschkegasse 1/1a A - 1090 Wien
      Graz: Innsbruck:


      WO KANN MAN SICH NÄHER INFORMIEREN?

      Mit dieser Information kann nur ein erster Anhaltspunkt, eine erster Überblick über den Apothekerberuf gegeben werden. Vieles wäre noch zu ergänzen, noch konkreter zu beschreiben.

      Über die Aussichten, nach dem Studienplatz einen Arbeitsplatz zu bekommen, über die Möglichkeiten finanzieller Unterstützung beim Studium, über die konkrete Situation des Apothekerberufes in den verschiedenen Bundesländern beispielsweise. Die Standesvertretungen der österreichischen Apotheker stehen Ihnen gerne für Ihre individuellen und konkreten Fragen zur Verfügung:

      Die Österreichische Apothekerkammer ist als öffentlich-rechtliche Körperschaft die gesetzliche Berufsvertretung sämtlicher selbständigen und angestellten Apotheker.

      Als zweite öffentlich-rechtliche Körperschaft gibt es die Pharmazeutische Gehaltskasse für Österreich , ein zentrales Gehalts-, Wirtschafts- und Sozialinstitut als Basis der Sozialpartnerschaft zwischen angestellten und selbständigen Apothekern. Pharmaziestudenten können bei der Pharmazeutischen Gehaltskasse um ein Stipendium ansuchen [ nähere Informationen ].

      Den öffentlich-rechtlichen Körperschaften stehen die auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhenden freien Verbände zur Seite: der Verband der Angestellten Apotheker Österreichs und das Forum Pharmazie als Vertretungen der angestellten Apotheker und der Österreichische Apothekerverband als Interessensgemeinschaft der selbstständigen Apotheker.

      Eine berufsverbundene Bank (Österreichische Apothekerbank) sowie ein eigener Verlag (Österreichische Apothekerverlagsgesellschaft) sind weitere Serviceeinrichtungen, speziell für Pharmazeuten.

      Wir sind leicht zu erreichen. Sämtliche Standesorganisationen sind zentral im Apothekerhaus untergebracht. Die Adresse: Spitalgasse 31 1091 Wien Tel.: 01/404-14-100

      Kommen Sie zu uns und fragen Sie uns, oder sprechen Sie auch mit Ihrem Apotheker über seinen Beruf.



      Linksammlung
      Weitere Informationen zu Pharmazie & Apothekerberuf auf unserer Homepage:

      Apotheker im Krankenhaus
      Apotheker: ein alter Stand, ein moderner Beruf
      Berufsbild: Apotheker in öffentlichen Apotheken und Krankenhausapotheken
      Leistungen der Apotheke
      Pharmazie-Studium: Tipps für das erste Semester
      Pharmazie: ein Lehr- und Forschungsfach innerhalb der Naturwissenschaften
      Video: Apotheke heute - Imagefilm >10 mg Lächeln<
      Video: Apotheke um 1950 – historischer Kurzfilm >Hüter der Gesundheit<
      Video: Pharmacy in Austria
      Video: Von den Anfängen der Pharmazie und von den ersten Apotheken