Arzneipflanzen-Porträt: Goldrute
 
 
Die Goldrute (Solidago) ist eine Pflanze, die von Juli bis Oktober blüht und sehr häufig am Wegrand zu finden ist. Ihren Namen verdankt sie ihrem Aussehen - die heilende Wirkung der Arzneipflanze ist vor allem bei Erkrankungen der Harnwege "Gold wert".
Von der Goldrute, auch Goldraute, Goldwundkraut oder Goldrautenkraut genannt, gibt es mehr als 100 Arten. Vor allem drei Arten sind seit mehr als 200 Jahren bei uns heimisch. Die Echte oder Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea) ist mit einem Wuchs von ca 20 bis 80 cm Höhe die kleinste. Ihre Stängel sind zumindest im unteren Bereich meist unverzweigt. Die wechselständigen Laubblätter sind im unteren Teil des Stängels gestielt und eiförmig und gehen nach oben in schmäler lanzettliche, sitzende Blätter über. Der Blattrand ist meist unregelmäßig gezähnt, nur selten fast ganzrandig.
Die kanadische Goldrute wird bis zu 2,5 m hoch und hat viele kleine Blüten. Die Riesengoldrute ist gekennzeichnet durch einen Stängel, der im Bereich der Blüten in Teilblütenstände viel verzweigt ist und einen pyramidenförmigen Gesamtblütenstand aufweist.

Pharmazeutisch werden die getrockneten, ganzen oder zerkleinerten, blühenden, oberirdischen Pflanzenteile (Stängel, Blätter und Blüten) der Goldrute als Teedroge verwendet. Die Arzneipflanze hilft vor allem bei Beschwerden der Harnwege. Sie zeichnet sich aus durch eine entzündungshemmende, diuretische (entwässernd und harnbildend) und leicht krampflösende Wirkung. Goldrutentee kommt daher gern zum Einsatz, um die Harnwege durchzuspülen oder um Nierengrieß auszuschwemmen. Verantwortlich für die heilende Wirkung sind die Inhaltsstoffe der Pflanze, Saponine (Gerbstoffe), ätherische Öle und Flavonoide. Diese hemmen den Abbau eines Hormones, welches dafür sorgt, dass vermehrt Harnmenge gebildet wird, sodass es zu einem entwässernden Effekt kommt.

Neben und Wechselwirkungen
Da die Goldrute eine Angehörige der Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae) ist, könnte sie allergische Reaktionen auslösen. Menschen mit Allergie auf Korbblütler sollten daher vorsichtig beim Einsatz von Goldrute sein. Auch bei Menschen mit eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit sollte die Goldrute nicht therapeutisch eingesetzt werden, weil es hier verkehrt wäre, eine große Flüssigkeitsmenge zuzuführen - denn für die Wirkung der Arzneipflanze wäre es wichtig, viel zu trinken.

Steckbrief
Stammpflanze: Solidago virgaurea L. (Asteraceae)
Wirkungen: antiphlogistisch, diuretisch, spasmolytisch
Indikationen: Durchspülungstherapie, Harnsteine, Nierengrieß, Krämpfe
Inhaltsstoffe: Triterpensaponine(2,4-6,2 %, Oleanen-Grundgerüst), Flavonoide (1,5 % Quercetin- und Kämpferolderivate), ätherisches Öl (ca. 0,5 %), Phenolglukosiden (bis 1% Leiocarposid), Saure Polysaccharide
Verwendeter Pflanzenteil: Blühende oberirdische Teile (Herba Solidaginis).
Empfohlene Dosierung: Mittlere Tagesdosis: 6-12 g Droge. Auf reichliche Flüssigkeitszufuhr ist zu achten.

Teezubereitung
Für die Zubereitung von Goldrutentee werden 2 bis 4 Gramm fein geschnittene Droge mit kochendem Wasser übergossen oder kalt angesetzt und kurz aufgekocht und nach 5 bis 10 Minuten durch ein Teesieb abgeseiht. Als Diuretikum mit harntreibender Wirkung wird täglich 3 bis 5 mal eine Tasse Goldrutentee getrunken. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 6 bis 12 Gramm Droge.

Welche heilende Wirkung hat die Goldrute?
Diese Frage beantwortete Apothekerin Mag.pharm. Sonja Burghard am 4. September 2019 im "Studio2" des ORF - zum Ansehen des Beitrages klicken Sie bitte einfach auf das Bild.


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Quellen:
https://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Goldrutenkraut.html
http://heilpflanzenwissen.at/pflanzen/echte-goldrute/
W. Blaschek: Wichtl - Teedrogen und Phytopharmaka. Wiss.Verlagsges.m.b.H., Stuttgart 2016.