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Weltnierentag am 14. März 2019
 
Gesunde Nieren – für jeden und auf der ganzen Welt
 
Weltweit leiden ca. 850 Millionen Menschen unter einer Nierenkrankheit. Da Niereninsuffizienz eine schleichende Erkrankung ist, bemerken sie Betroffene oft erst sehr spät - wenn die Erkrankung bereits chronisch ist und sie schon bis zu 90 Prozent ihrer Nierenfunktion verloren haben. Daher ist Früherkennung im Zuge der Gesundenuntersuchung entscheidend, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
Daher initiierten die „International Society of Nephrology“ (ISN) und der „International Federation of Kidney Foundations“ (IFKF) 2006 den „World Kidney Day“ (WKD), um auf die schleichenden Ursachen einer Nierenerkrankung aufmerksam zu machen und die Nieren mit ihren vielfältigen lebenswichtigen Funktionen ein Mal im Jahr – jeden 2. Donnerstag im März – möglichst nachhaltig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Motto des diesjährigen Weltnierentages am 14. März ist „Kidney Health – For Everyone Everywhere“.

Ursachen für Nierenversagen sind in vielen Fällen vermeidbar
Für ein Nierenversagen ist sehr häufig ein hoher Blutdruck verantwortlich. Eine gute Behandlung und adäquate Einstellung des Blutdrucks sind daher eine wichtige Vorsorgemaßnahmen zur Vermeidung von möglichen späteren Nierenerkrankungen. Bei leichteren Fällen helfen
nicht medikamentöse Maßnahmen. Meistens ist aber eine Therapie mit Medikamenten unumgänglich.

Behandlung von chronischen Nierenerkrankungen
Nieren sind die einzigen Organe, deren Funktion bei einem Ausfall mittels technischer Hilfe auch jahrzehntelang ersetzt werden kann. Ist eine Transplantation der Nieren nicht möglich, kommt bei chronischen Nierenerkrankungen die Dialyse zum Einsatz. In Österreich benötigen rund 4600 Personen eine lebenslange Behandlung. Zu den Hauptursachen dafür, warum Menschen eine Dialyse benötigen, gehören neben genetischen Defekten und seltenen Formen von Nierenerkrankungen Bluthochdruck und Diabetes.

Die Nieren erfüllen eine wichtige Funktion im Körper
Unsere Nieren haben die Funktion eines perfekt organisierten „Klärwerks“ für den Körper. Sie filtern täglich 1500 Liter Blut, sodass Giftstoffe und Stoffwechselabbau-Produkte über den Urin ausgeschieden werden können. Gleichzeitig regulieren die Nieren den Blutdruck, den Flüssigkeitshaushalt, das Säure-Basen-Gleichgewicht und den Salzgehalt unseres Körpers und produzieren lebenswichtige Hormone. Bei einer Funktionseinschränkung der Nieren werden die toxischen Stoffe nicht mehr ausreichend ausgeschieden, die Folge sind Organschädigungen, welche die Blutbildung und den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen und die allgemeine Leistungsfähigkeit herabsetzen. Ein Verlust der Nierenfunktion hat für die Betroffenen daher schwerwiegende Folgen.

8 goldene Regeln der Nierengesundheit
Jeder Mensch kann selbst viel dazu beitragen, seine Nieren gesund zu erhalten:
  • Bleiben Sie körperlich fit und aktiv! Regelmäßiger Sport senkt den Blutdruck und schont die Nieren.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutzucker! Jeder zweite Diabetiker bekommt eine chronische Nierenerkrankung. Nierenschäden können bei Diabetes verhindert oder verlangsamt werden, wenn rechtzeitig Maßnahmen dagegen ergriffen werden. Früherkennung ist daher besonders wichtig.
  • Achten Sie auf Ihren Blutdruck! Hoher Blutdruck kann nicht nur zu Schlaganfall und Herzinfarkt führen, er ist auch die häufigste Ursache für chronische Nierenerkrankungen. Wenn neben Bluthochdruck auch noch andere Risikofaktoren wie Diabetes, hohe Blutfettwerte oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestehen, treten Nierenschädigungen besonders häufig auf.
  • Achten Sie auf gesunde Ernährung, um Ihr Körpergewicht unter Kontrolle zu halten! Adipositas (Übergewicht ab Body-Mass-Index 30) ist einer der drei großen „Nieren-Killer“. Reduzieren Sie die tägliche Salzzufuhr auf 5 bis 6 Gramm (etwa ein Teelöffel). Nachsalzen sollte vermieden werden.
  • Hören Sie auf zu rauchen! Zigarettenrauch schadet den Gefäßen und damit auch den Nieren. Die Nieren von Rauchern sind schlechter durchblutet, das behindert ihre Funktion. Raucherinnen und Rauchern haben ein doppelt so hohes Risiko für Nierenkrebs wie Nichtraucher.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser! Nehmen Sie mindestens 1,5 Liter oder sechs Gläser Wasser pro Tag zu sich, um den Nieren die Ausscheidung von Salzen, Harnstoff und toxischen Substanzen zu erleichtern.
  • Nehmen Sie Schmerzmedikamente am besten nur in Notfällen ein! Bei unkontrollierter und regelmäßiger Einnahme können entzündungshemmende Schmerzmittel die Nieren schädigen. Daher sollte eine dauerhafte Einnahme nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.
  • Überprüfen Sie Ihre Nierenfunktion, wenn ein oder mehrere Risikofaktoren bestehen: bei Diabetes, bei Bluthochdruck, bei Übergewicht, bei Nierenerkrankungen in der Familie.

Quellen und weiterführende Informationen:
www.worldkidneyday.org/
Arbeitsgemeinschaft Niere Österreich
Kepler Universitäts Klinikum