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Doping: Fragen Sie Ihren Apotheker
 
Vorsicht bei ähnlich klingenden Bezeichnungen von Medikamenten !
 
In einem bei Rainer Schönfelder nach den Slalom-Staatsmeisterschaften am 27. März 2004 vorgenommenen Test wurde Etilefrin nachgewiesen, das aufgrund der stimulierenden Wirkung auf der Dopingliste steht.

Um bei den Österreichischen Meisterschaften trotz schwerer Verkühlung am Start sein zu können, nahm der Skistar Influbene-Tabletten, ein Kombinations-Grippemittel. Schönes Missgeschick: Er übersah, dass eine Substanz des harmlosen Grippemittels leider auf der Dopingliste steht.

Hintergrund
Schon zwei Tage nach seinem Weltcupsieg in Sestrieres erwischte Rainer Schönfelder eine böse Erkältung. Die, weil in den terminreichen Tagen nach Gewinn der kleinen Kristallkugel keine Möglichkeit zur Schonung bestand, immer schlechter, statt besser wurde. Dann tat er, was leider viele tun, wenn sie sich krank fühlen: Er suchte nach einem geeigneten Grippemedikament in seiner Hausapotheke. Dort befanden sich Influbene-Tabletten. In der Anti-Doping-Broschüre, die er anlässlich der Ski WM 2003 in St. Moritz erhalten hatte, stand auf der Liste der für Spitzensportler erlaubten Medikamente bei banalen Krankheiten Influbene C. Das genügte dem Skistar und er schluckte "sein" Influbene. Eine dumme Verwechslung, denn "Influbene C" ist nicht "Influbene"!

Rat des Apothekers: Vorsicht bei ähnlich klingenden Bezeichnungen von Medikamenten !

Influbene C sind Brausetabletten, die nur in der Schweiz im Handel sind:
Zusammensetzung Influbene C:
Paracetamol 500 mg (gegen Schmerzen und Fieber)
Acidum ascorbicum 300 mg (= Vitamin C)

und die nicht mit den in Österreich zugelassenen Influbene Tabletten verwechselt werden dürfen!

Zusammensetzung Influbene:
Paracetamol 500 mg (gegen Schmerzen und Fieber)
Etilefrin hydrochlorid 5 mg (kreislaufstützend)
Butetamat dihydrogencitrat 20 mg (hustenstillend)
Chlorphenamin hydrogenmaleat 2 mg (ein Antihistaminikum, es dämpft allergische Reaktionen und deren Folgeerscheinungen, wie Niesen, Augenbrennen und Tränenfluss).

Ihr Apotheker kann Ihnen alle wichtigen Fragen zu Arzneimitteln beantworten. Also, fragen Sie nach in Ihrer Apotheke! Denn wie heißt es so schön:

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

Übrigens haben auch alle österreichischen Apotheken eine jeweils aktuelle Ausgabe der Dopingliste zum Nachschlagen.

Näheres auch hier auf der Homepage unter „Arzneimittelinfos“ im linken Frame.

















Rainer Schönfelder ist nach seinem Dopingvergehen mit der geringstmöglichen Strafe davongekommen.

Der unabhängige Disziplinarausschuss des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) hat den Skirennläufer am 11. Mai 2004 in Innsbruck nach zweieinhalbstündiger Verhandlung zwar schuldig gesprochen, gegen den Kärntner Slalomspezialisten aber lediglich eine Verwarnung ausgesprochen.