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Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger
 
Waldknoblauch in Naturküche und Volksmedizin
 
Bärlauch wird beim Sammeln immer wieder mit dem Maiglöckchen, den im Frühjahr austreibenden Blättern der Herbstzeitlosen oder den meist ungefleckten Blättern jüngerer Pflanzen des Gefleckten Aronstabs verwechselt. Diese drei Pflanzen sind äußerst giftig.
Bärlauch (Allium ursinum) auch Waldknoblauch, Wilder Lauch, Waldlauch, Zigeunerlauchkraut, Ramsel oder Hexenzwiebel genannt, wächst im Frühling oft massenhaft in feuchten, humusreichen Laub- und Auwäldern.

Er hilft bei Magen-Darmstörungen, wegen der antibakteriellen Wirkung bei Gärungsdyspepsien, aber auch bei Herz- und Kreislaufproblemen, Blutdruckerhöhung und schlechtem Cholesterin-Status. Zudem kann die Waldpflanze Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit beseitigen. Die Heilkraft beruht auf Schwefelverbindungen im Lauchöl (Vinyldisulfid und Vinylpolysulfide), die beim Haltbarmachen des Lauchs leicht verloren gehen.
Im Frühling kann der Bärlauch wieder gesammelt werden. Das ist allerdings risikoreicher als man ahnt, da die Pflanze giftige Doppelgänger wie das Maiglöckchen oder die Herbstzeitlose hat.







Abbildung:
links Maiglöckchen und rechts Herbstzeitlose
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Bärlauch wird schon lange in der Volksmedizin ähnlich wie der Knoblauch eingesetzt. Die frische Pflanze wird vor allem auch als Gewürz verwendet, eine Teezubereitung aus den Blättern des Bärlauchs ist kaum gebräuchlich. In der Apotheke gibt es standardisierte Bärlauch-Tropfen als beliebtes Phythopharmakon.

Siehe auch Buchtipp: Bärlauch – Naturküche und Volksmedizin

Wichtige Unterscheidungsmerkmale: Bärlauch - Maiglöckchen - Herbstzeitlose - Aronstab - Salomonssiegel

Die Beliebtheit des Bärlauches verführt viele Menschen dazu, die Köstlichkeit im nächsten Wald selbst zu pflücken. In den letzten Jahren kam es dabei jedoch zu einigen Vergiftungen durch entfernt ähnlich aussehende Pflanzen, insbesondere das Maiglöckchen (Convallaria majus, Convallariaceae/Asparaginales) und die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale, Colchicaceae/Liliales). Bei den Pflanzen fehlt jeder Knoblauchgeruch, und die Ähnlichkeiten sind tatsächlich nur oberflächlich bis nicht vorhanden.

Maiglöckchen enthalten herzaktive Glycoside mit digitalis-ähnlicher Wirkung; allerdings sind die Konzentrationen dieser Wirkstoffe in den Blättern relativ gering, und deshalb treten lebensgefährliche Vergiftungen nur selten auf. Anders sieht es bei der Herbstzeitlose aus: Alle Pflanzenteile enthalten das außerordentlich giftige Alkaloid Colchicin in reichlicher Menge, und die Vergiftungen nehmen erschreckend oft einen tödlichen Verlauf. Übrigens sind auch die Blüten der Herbstzeitlose von Unerfahrenen schon mit Safranblüten verwechselt worden.
Weiters kamen schon Verwechslungen mit dem Aronsstab (Arum maculatum) und mit dem Salamonssiegel (Polygonatum odoratum) vor, allerdings unterscheiden sich diese beiden Giftpflanzen sehr deutlich vom Bärlauch, siehe Merkmale:

Bärlauch (Allium ursinum)

Die Blätter sind

    • lanzettlich, am Ende spitz ausgezogen,
    • oberseits glänzend, unterseits matt,
    • jedes ist einzeln gestielt,
    • eine Blattscheide ist nicht zu sehen
Die Blüten sind
    • weiß, und strahlenförmig symmetrisch,
    • stehen zu mehreren in einer Scheindolde
Die ganze Pflanze
    • riecht nach Knoblauch

Maiglöckchen (Convallaria majus)

Die Blätter
    • bilden (meist) zu zweit einen Stängel,
    • sind oberseits blaugrün,
    • haben eine rote Blattscheide (bodennah, an der Basis des Stängels zu sehen: der Stängel ist dort mit einem rötlichen Blättchen umgeben)
Die Blüten
    • sind weiß, glockenförmig,
    • riechen süß, duftend
    • sind an einem länglichen Blütenstand (traubig) angeordnet
Die ganze Pflanze
    • ist stark giftig
    • ist schwerer abzureißen
    • riecht nicht nach Knoblauch

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

Die Blätter
    • sind dickfleischiger
    • haben keinen ausgeprägten Mittelnerv
    • sind ineinander verschachtelt (wie Porree)
    • werden viel länger - hängen aber erst viel später über
Die Blüten
    • sind krokus-artig
    • erscheinen erst im Herbst
Die ganze Pflanze
    • ist stark giftig
    • kommt vorwiegend auf Wiesen vor

Aronstab (Arum maculatum)

Die Blätter
    • besitzen einen pfeilförmigen Blattgrund
    • haben auch Blattnerven, die vom Mittelnerv nach außen gehen (Bärlauch hat ausschließlich Längsnerven)
Die ganze Pflanze
    • ist giftig
    • mischt sich besonders gerne im Wiener Wald unter die Bärlauchbestände

Salomonssiegel (Polygonatum odoratum)

Die Blätter
    • stehen in Stockwerken, d.h. mehrere Blätter sind wechselständig an einem Stängel angeordnet
    • haben mehrere (etwa gleichwertige) Längsnerven
Die ganze Pflanze
    • ist giftig
    • mischt sich im Wiener Raum besonders in Auen unter die Bärlauchbestände


Achtung Verwechslungsgefahr: Ausdruck aus "Die Apotheke" Heft 3/2013
Bärlauch DA März2013.pdfBärlauch DA März2013.pdf