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Apothekenmuseum Mauthausen - Eröffnungsfeier
 
Eröffnungsfeier am Freitag 18. Mai 2007
 
Apothekenmuseum öffnet seine Pforten



Nach fünf Jahren und unzähligen Stunden liebevoller Kleinarbeit war es soweit: Am 18. Mai 2007 öffnete das neue Apothekenmuseum im Schloss Pragstein Mauthausen seine Pforten für ein breites Publikum.
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Eingebettet in die regionale Museumslandschaft Donauland Strudengau und im überregionalen Kontext in den Verbund Oberösterreichischer Museen, will sich das Apothekenmuseum Mauthausen als wichtiger Bestandteil in das kulturelle und touristische Leitbild Oberösterreichs integrieren.

Wir verstehen das Apothekenmuseum als Podium für eine lebendige Vermittlung der Geschichte der Pharmazie“, sagen Mag. Angela Fischlmayr, Vizepräsidentin der OÖ Apothekerkammer, und Mag. Thomas Veitschegger, Präsident der OÖ Apothekerkammer. Das neue Museum präsentiere sich, so die beiden Apothekenfunktionäre, als wertvolles Schmuckkästchen, in dem das Wissen und die Zeugnisse der Vergangenheit bewahrt bleibe und nachfolgenden Generationen weitergegeben werde. Fischlmayr: „Mit der Darstellung der historischen Entwicklung des Berufsbildes des Apothekers wird ein Brückenschlag im Zwiespalt der Apotheke zwischen Tradition und Moderne geschlagen.“

Wie alles anfing

Am Anfang stand die jahrzehntelange Sammlerleidenschaft eines Mannes: Mag. Norbert Rudolf Aichberger, Apotheker mit Leib und Seele. Der Mauthausener Apotheker, der vor mittlerweile 25 Jahren verstorben ist, hat bereits in seinen aktiven Apothekerjahren zu sammeln begonnen und ein kleines Privatmuseum aufgebaut, das er hin und wieder einem ausgewählten Personenkreis präsentierte. Nach seinem Tod wurde die Sammlung vorerst zwischengelagert. Aichbergers Sohn Norbert war bestrebt, die Sammlung als Ganzes zu erhalten und bemühte sich schon bald um entsprechende Räumlichkeiten. Da traf es sich gut, dass zur gleichen Zeit im Schloss Pragstein – es beherbergt auch das Heimatmuseum - ein paar Wohnungen frei wurden.

Es lag nahe, die Sammlung Aichberger in das Heimatmuseum zu integrieren: Die Schenkung der umfangreichen pharmaziehistorischen Sammlung an den Heimat- und Museumsverein Schloss Pragstein erfolgte unter der Bedingung, dass die Gegenstände auch öffentlich präsentiert werden.

Als die Marktgemeinde Mauthausen im 1. Stock des Schlosses sechs große Räume zur Verfügung stellte, wurde in Zusammenarbeit mit Mag. Franz Pötscher vom Büro für Museumskonzepte, ein professionelles Museumskonzept entwickelt, wobei sich Mag. Norbert Aichberger einen maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung des Museums sicherte. Aichberger: „Es hat mir viel Freude bereitet, die Exponate nach Themenschwerpunkten auszusuchen und den Fundus wissenschaftlich zu dokumentieren.“

Die historischen Räume des Schlosses wurden von der Marktgemeinde mustergültig renoviert und das Konzept bei der OÖ Landesregierung mit dem Ersuchen um finanzielle Förderung eingereicht. Da es sich beim Apothekenmuseum Mauthausen um ein Spezialmuseum handelt, das es in Oberösterreich noch nicht gibt, wurde eine finanzielle Förderung zugesagt.

Die Sammlung Aichberger wurde inzwischen durch Schenkungen anderer Apotheken wesentlich erweitert.

Die Leitung des Museums wird durch eine hauptberufliche Museumsmanagerin und durch ein Team von ehrenamtlichen Mitarbeitern erfolgen.

Zweck des Museums ist die Erhaltung und Pflege der pharmaziehistorischen Sammlung mit dem Ziel, die Geschichte des Apothekenwesens und die Apotheke als traditionellen Arbeitsplatz darzustellen.

Sammlung Aichberger als Grundstock

Das Apothekenmuseum Mauthausen zeigt die Geschichte des Apothekerberufes, aber auch die praktische Arbeit des Apothekers im Laboratorium, in der Material- und Kräuterkammer und in der Officin. Ein Hauptschwerpunkt ist dabei der stürmischen Entwicklung der Arzneimittel im 19. und zu Beginn des 20. Jh. gewidmet. Den Grundstock des Museums bilden überwiegend die Objekte der pharmazie-historischen Sammlung Aichberger, wobei mehrere Schenkungen von anderen Apotheken mit zahlreichen interessanten Einzelstücken das Museum wesentlich bereichert haben. Das Museum dokumentiert besonders die Entwicklung einer Landapotheke, für die die Mariahilf-Apotheke in Mauthausen ein typisches Beispiel ist.

Mag. pharm. Norbert Rudolf Aichberger (1896-1982) war von 1929-1973 Besitzer der Apotheke Mauthausen. Er bewahrte viele alte Inventargegenstände aus dem Fundus der 1846 gegründeten Apotheke auf und durch seine emsige Sammeltätigkeit entstand im Lauf der Jahre eine umfangreiche und interessante pharmaziehistorische Sammlung. Sein Sohn, Mag. pharm. Norbert Friedrich Aichberger (geb. 1935) und Besitzer der Apotheke von 1973-2004, führte die Sammlung fort. Als im Jahr 2002 die Entscheidung für die Errichtung eines Apothekenmuseums im Schloss Pragstein fiel, stellte er dafür den Grossteil seiner Sammlung zur Verfügung und arbeitete intensiv an der wissenschaftlichen Erforschung und Dokumentation der Sammlung.
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Rundgang durch das Apotheken-Museum

Die Räume des Museums sind nach einem klaren Konzept angeordnet:
Der erste Raum ist der Geschichte des Apothekenwesens gewidmet. Auf einem 16 m langen Zeitband werden die wichtigsten historischen Ereignisse festgehalten. In Pultvitrinen und Alben werden der Zeit entsprechende Dokumente und Objekte gezeigt.
Ein eigener Bereich ist der 1846 gegründeten Mariahilf-Apotheke in Mauthausen gewidmet. In Podestvitrinen stehen die Heiligen Kosmas und Damian, eine analytische Waage und ein Talavera-Apothekenstandgefäß um 1800.
Eine fast vollständige Sammlung der österreichischen Arzneibücher (Pharmacopoea Austriaca Provincialis 1797 bis zur Pharmacopoea Austriaca Editio octava 1906) ist ein weiterer Schwerpunkt im ersten Raum.

Drei weitere Räume zeigen die Apotheke als Arbeitsplatz: Im Laboratorium geht es um die Herstellung verschiedenster Arzneiformen und die dafür verwendeten Gerätschaften.Mikroskope, Analytische Waagen und verschiedenste Messgeräte für die Prüfung der Arzneimittel auf Reinheit, Qualität und Identität sind in einer eigenen Vitrine untergebracht.

Die Material- & Kräuterkammer gibt mit den Themenschwerpunkten Arzneitee, Sammlung alter Drogen, Waagen und Gewichte, Kräuterbücher und Arzneiwunderbücher aus dem 16. bis 18. Jh. und alten Transport- und Lagergefäßen einen umfassenden Einblick in den traditionsreichen Beruf.

Die Officin, das Verkaufslokal, der wichtigste Raum der Apotheke, dient zur Lagerung, Zubereitung und Abgabe von Arzneimitteln, sowie zur Beratung. Neben dem neoklassizistischen Offizinschrank aus 1880 mit der Uhr und der Tara und dem Rezeptiertisch aus der Gründungszeit (1846), werden in zwei Vitrinen die unterschiedlichsten Apothekenstandgefäße aus der 2. Hälfte des 19. Jh. gezeigt.

Der letzte Raum des Museums rückt die Entwicklungsgeschichte der Arzneimittel im 19. und zu Beginn des 20. Jh. ins Zentrum der Betrachtung.
Paracelsus leitete im 16. Jh. mit seinen chemiatrischen Arzneimitteln die 1. pharmazeutische Revolution ein. Die Isolierung der Alkaloide, der herzwirksamen Glycoside und die Entdeckung der Halogene leiteten die 2. pharmazeutische Revolution ein und Ende des 19. Jh. und Anfang des 20. Jh. begann mit der 3. pharmazeutischen Revolution der Siegeszug der synthetischen Arzneimittel.

Eine große Vitrine mit alten Standgefäßen aus vier Jahrhunderten sorgt für einen ruhigen und beschaulichen Ausklang des ansonsten von der stürmischen Geschichte der Arzneimittel bewegten Raumes.



Daten zum Museum


Öffnungszeiten
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Dienstag, Donnerstag u. Samstag10:00-12:00 und 16:00-18:00 Uhr
Mittwoch, Freitag u. Sonntag 10:00-12:00 Uhr
Montag geschlossen
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Eintrittspreise
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Einzelbesuch Erwachsene€ 4,00
Gruppentarif Erwachsene (ab 15 Pers.)€ 3,00 pro Person
Senioren ab 60 Jahren€ 2,50
Präsenzdiener€ 2,50
Studenten bis 27 Jahre€ 2,50
Schüler und Lehrlinge bis 18 Jahre€ 2,50
Gruppentarif Schüler und Kinder€ 2,00
Familienkarte€ 10,00
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Kombikarte
Apotheken-, Heimat- und Trophäenmuseum
€ 5,00
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Führungspauschale pro Person
*(jedoch mind. € 15,00 bei kleineren Gruppen <15 Personen)
€ 1,00 *)

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HEIMAT- UND MUSEUMSVEREIN SCHLOSS PRAGSTEIN
A-4310 MAUTHAUSEN / OÖ, SCHLOSSGASSE 1
TEL & FAX +43 (0)7238 / 29363
E-MAIL: apothekenmuseum@mauthausen.at
www.apothekenmuseum.at


    Mag. Norbert Aichberger in der Sendung
    „Sommerzeit“ am 24.9.2007:

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