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Kaffee – ein Genussmittel, das auch pharmakologische Wirkungen entfalten kann
 
Wissenswertes zum TAG DES KAFFEES am 1. Oktober
 
Der Kaffee ist fast überall anzutreffen: Bei Konferenzen, im Büro, auf Reisen, in jedem Haushalt wird fast täglich Mokka serviert, und es gibt viele Leute, die dem kleinen Schwarzen oder Braunen direkt verfallen sind. Aber nicht nur heute, sondern auch in der Geschichte wird von bekannten Persönlichkeiten berichtet, dass sie täglich oft bis zu 30 Tassen getrunken haben (Jean Paul, Voltaire, Bismarck, Napoleon, Brahms und viele andere). Der wirksame Bestandteil, das Koffein, das außer in der Kaffeebohne auch in den Tee-Blättern, in der Kolanuss und im Mate vorkommt, wirkt bereits in einer Verdünnung von 1:10.000 auf die Herztätigkeit belebend. Nach Koffeinzufuhr nimmt die Kontraktionshöhe sowie der Tonus der Herzmuskulatur zu, die Leistungsfähigkeit des Herzens steigt, Herz-, Hirn- und Nierengefäße werden erweitert und die Gewebe besser durchblutet. Dazu kommt noch, dass der Mokka eine flüssigkeitsfördernde Wirkung hat und die Verdauung positiv beeinflusst.
Kaffee wirkt ebenso auf die Psyche anregend und ermunternd. „Schwarz wie der Teufel, heiß wie die Hölle, rein wie ein Engel, süß wie die Liebe." Dieser Ausspruch Talleyrands beinhaltet die Köstlichkeit und Ambivalenz eines an Genüssen und bezaubernden Aromen reichen Getränkes.

Kaffee verbessert Kurzzeitgedächtnis
Innsbrucker Forscher haben 2006 nachgewiesen, dass Koffein nicht nur munter macht, sondern auch die Aktivität in jenem Hirnbereich steigert, der für Aufmerksamkeit und Konzentration innerhalb des Arbeitsgedächtnisnetzwerkes verantwortlich ist. Die Forscher um Florian Koppelstätter von der Universitätsklinik für Radiodiagnostik 2 an der Medizinischen Universität Innsbruck haben mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie deutliche Veränderungen feststellen können.

Kaffee und das Herz
Bei Personen, die jeden Tag mehr als 200 Milliliter Kaffee zu sich nahmen, fanden Forscher um Antonis Zampelas von der Harokopio-Universität in Athen deutlich erhöhte Werte von so genannten Entzündungsmediatoren. Dieser Effekt erkläre möglicherweise, warum Kaffee häufig mit der Entstehung von Herzkrankheiten in Verbindung gebracht werde, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition (Bd. 80, S. 862).

Kaffee mit und ohne Koffein
Eine Tasse Mokka enthält, wenn sie aus 16 Kaffeebohnen bereitet wird, etwa 0,1 Gramm Koffein. Kleine Schlückchen Kaffee über den Tag verteilt halten übrigens viel besser wach als eine große Tasse Kaffee am Morgen. So kann das Koffein effektiver auf die Schlafzentren im Gehirn einwirken. Überdosierung (bei einer Menge von 0,5 Gramm, also etwa nach 5 Tassen Mokka) kann Kopfweh, Unruhe, Herzklopfen, Schwindel und Schweißausbruch hervorrufen. Man muß also auch hier wie bei den meisten Dingen im Leben das richtige Maß halten. Für alle, die das Koffein nicht vertragen, steht übrigens auch koffeinfreier Kaffee zur Verfügung.

Zum Kaffee ein Glas Wasser! In einem guten Kaffeehaus ist es üblich, zum Kaffee ein Glas kaltes Wasser zu servieren. Nicht ohne Grund, du durch Kaffee die Gastrinproduktion stark angeregt wird. Gastrin ist ein Gewebshormon, das die Magensäure und in gewissem Sinne auch die Pepsinabsonderung im Magen steuert. Während es nach Alkoholgenuss zu keiner besonders auffälligen Gastrinausschüttung in das Blut und damit zu der bekannten Wirkung kommt, verursacht Kaffee eine deutliche Verstärkung des Gastrinspiegels. Ein Kältereiz, wie z. B. die gleichzeitige Gabe von kaltem Wasser, bremst aber die durch den Kaffee hervorgerufene Gastrinausschüttung sehr nachhaltig. Dass es sich dabei nicht um eine Verdünnungswirkung handelte, bewies die Beobachtung, dass warmes Wasser und auch Alkohol keine Sekretionssenkung verursachten. Das Glas kaltes Wasser zum Kaffee kann also allen Magenempfindlichen empfohlen werden.
Außerdem hat Kaffee auch eine diuretische (= harntreibende) Wirkung. Die Zufuhr von Wasser nach dem Kaffee verdünnt nicht nur die Röststoffe des Kaffees, sondern liefert auch die für die diuretische Wirkung notwendige Flüssigkeit.

Espresso besser vertäglich? Obwohl der Espresso leicht bitter schmeckt, nach Meinung vieler Kaffee-Liebhaber ist er viel bekömmlicher. Das liegt daran, dass man dazu säureärmere Kaffeebohnen verwendet und diese länger röstet. Dabei wird die sogenannte Chlorogensäure um bis zu 30% reduziert. Auch die schnelle Zubereitung wirkt sich günstig auf den Reizstoffgehalt aus.

Tee oder Kaffee? Im Kaffee sind durchschnittlich 2 Prozent Koffein, im Tee 4 Prozent Koffein enthalten. Die Reaktion auf Koffein ist bei den einzelnen Menschen verschieden. Die einen können mehrere Tassen starken Kaffee täglich genießen oder ebensoviel starken Tee, ohne dass sie Schaden erleiden, dagegen reagieren andere schon nach einer halben Mokka- oder Teeschale mit unangenehmen Erscheinungen wie Herzklopfen, Tachykardie (Frequenzbeschleunigung), Magenbeschwerden, Gallenschmerzen etc. Natürlich kommt es auch auf die Stärke der Zubereitung, auf die Sorten, auf den Zeitpunkt und auf die Gewohnheit an.

Es richtet sich ganz nach individuellen Gesichtspunkten, ob man Schwarztee oder Kaffee vorzieht.