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Universität Wien: Nachfolge von Prof. Wolfgang Kubelka
 
Pharmakognosie Univ.-Prof. Dr. Verena Dirsch
 

Professur für Pharmakognosie an der Universität Wien
Univ.-Prof. Dr. Verena Dirsch

Mit 1. Oktober 2004 übernahm PD Dr. Verena Dirsch eine Professur für Pharmakognosie – Nachfolge von Prof. Wolfgang Kubelka – an der Fakultät für Lebenswissenschaft der Universität Wien.
Prof. Dirsch wurde 1964 in Eichstätt (Deutschland) geboren und studierte von 1984 bis 1989 Pharmazie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Die Approbation als Apothekerin erfolgte im Jahr 1990. Drei Jahre später promovierte sie an der LMU München bei
Prof. H. Wagner summa cum laude zur Doktorin der Naturwissenschaften. Als Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft folgte 1994/95 ein Postdoktorat bei Prof. K. Nakanishi an der Columbia University (New York, USA). Nach ihrem Auslandsaufenthalt arbeitete Dr. Dirsch von 1995 bis 1998 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der LMU München, zwischen 1998 und 2004 war sie Assistentin und später Akademische Rätin sowie Privatdozentin am Department Pharmazie der LMU München (Prof. A. Vollmar). Im Studienjahr 2002/2003 folgte die Habilitation von Dr. Dirsch mit der Arbeit »Natural Products – Focusing on their Molecular Mechanism of Action«, und damit verbunden erhielt sie die Lehrbefugnis für die Fächer Pharmazeutische Biologie und Pharmakologie. Die sehr erfolgreiche und steile Karriere einer exzellenten und jungen Wissenschafterin gipfelt nun im Ruf als Professorin an die Universität Wien.
Das spezielle Interesse von Prof. Dirsch gilt den Wirkmechanismen von Naturstoffen auf molekularer Ebene: Sie hat in ihrer Forschung einen wichtigen Aspekt in der Entwicklung des Faches Pharmakognosie/Pharmazeutische Biologie aufgegriffen: Arzneipflanzen und Naturstoffe bergen ein riesiges Potenzial für eine aktuelle Arzneistoffentwicklung; konsequente Untersuchungen zu den molekularen Mechanismen, über die bekannte Effekte von Naturstoffen auf zellulärer Ebene vermittelt werden, sind essenziell, um hoffnungsvollen Substanzen die rationale Basis für eine Arzneistoffentwicklung zu geben.
Seit Jahren beschäftigt sich
Prof. Dirsch mit der Physiologie der glatten Muskulatur von Gefäßen und mit den Signalwegen, die zur Ausbildung von Hypertrophie und Hyperplasie in den Gefäßwänden führen können; der gefäßschützenden Wirkung von Rotweininhaltsstoffen gilt dabei ein besonderes Interesse. Zielmolekül ist dabei die endotheliale NO-Synthase, ein Enzym, das eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Gefäßfunktionen spielt. Weitere Schwerpunkte ihrer Forschung sind die Aufklärung molekularer Wirkmechanismen von Naturstoffen v.a. bezüglich NF-kB und NF-kB-regulierter Gene sowie Apoptose.
Die komplexen Forschungsherausforderungen auf dem Gebiet der Pharmakognosie umfassen neben der Suche nach neuen Wirkstoffen und Modellsubstanzen für innovative Pharmazeutika aus biogenem Material die biologische und pharmakologische Testung zur Sicherung der therapeutischen Qualität, die Isolierung und Strukturklärung der Wirksubstanzen, die Gewinnung hochwertiger Arzneipflanzen und/oder von Wirkstoffen durch biotechnologische Methoden, die Analytik und Qualitätskontrolle vom Ausgangsmaterial bis zum Präparat ebenso wie die Ethnopharmakognosie.
Im Sinne der Forschungsinnovation, der Stärkung der Konkurrenzfähigkeit auf internationaler Ebene wurde als zentrale Anforderung für die Nachbesetzung von Prof. Kubelka der Ausbau dieser innovativen Forschungsrichtung – Klärung von Wirkmechanismen von Naturstoffen auf molekularer Ebene – gefordert. Durch die Berufung von Prof. Dirsch kann dieser unverzichtbare Schwerpunkt mit einer äußerst kompetenten, vielseitigen und engagierten Wissenschafterin nun abgedeckt werden.
Die MitarbeiterInnen des Instituts für Pharmakognosie der Universität Wien freuen sich über diesen Zugewinn an Kompetenz und heißen Prof. Verena Dirsch herzlichst willkommen – mit den besten Wünschen für einen erfolgreichen Start bei ihren neuen Aufgaben.
Die Kollegen der Pharmakognosie aus Graz und Innsbruck schließen sich diesen Wünschen von Herzen an!


Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Brigitte Kopp
Institut für Pharmakognosie der
Universität Wien

Quelle: Österreichische Apothekerzeitung ÖAZ 23/2004