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Morphin wurde 1804 erstmals aus dem Opium isoliert
 
Friedrich Wilhelm Sertürner betrieb seine Forschungen in der Apotheke.
 
1804 entdeckte der 21-jährige Apothekergehilfe Friedrich Wilhelm Adam Sertürner das Morphin. Sertürner wurde damit nicht nur zum Begründer einer wichtigen pharmazeutischen Stoffklasse, die 1819 den Namen »Alkaloide« erhielt, sondern er leitete vielmehr eine Wende in der Arzneimitteltherapie ein. Die Entdeckung weiterer Alkaloide nach 1817 eröffnete die Möglichkeit, anstelle der Arzneidroge nun deren Wirkstoffe in die Therapie einzuführen, die ihrerseits zu Ende des 19. Jahrhunderts als Vorbilder für die in den folgenden Jahrzehnten synthetisierten organischen Arzneistoffe dienten.

Foto: ÖAZ
Friedrich Wilhelm Sertürner wurde am 19.Juni 1783 in Neuhaus, heute Paderborn-Schloss Neuhaus, geboren. Er war tätig als Apotheker in Paderborn. In der Apotheke am Domplatz betrieb er seine Forschungen. Das nach dem Bombenkrieg restaurierte Apothekengebäude am Domplatz trägt eine Gedenktafel. Sertürner isolierte dort um 1804 das Morphin aus dem Opium und prägte den Begriff Alkaloid. Morphin ist ein lähmendes Gift, das u.a. die Schmerzempfindung herabsetzt (Narkose: Operation / Amputation). Morphin ist Hauptbestandteil des seit 1815 so genannten Morphium (nach Morpheus, dem griechischen Gott der Träume).
Als Vierzigjähriger verzog er 1823 nach Hameln an der Weser, wo er am 20.02.1841 verstarb.

Seit 1928 wird die Sertürner-Medaille für Verdienste in der Pharmazeutischen Wissenschaft verliehen.

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