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Ätherische Öle
 
Wellness-Gesundheitsstunde vom 16.12.2006
 
ÄTHERISCHE ÖLE - Ihre Anwendung und Wirkung bei Erkältungen und Infektionen

Wie ein Blumenstrauß oder ein duftendes Kräuterkissen steigern Ätherische Öle unsere Lebensfreude, regen die Sinne an und wirken ausgleichend auf Körper und Seele. Düfte lösen Gefühle und Erinnerungen aus. Ätherische Öle sind pflanzliche Inhaltsstoffe von intensivem Geruch und mannigfaltigen Eigenschaften. Es sind fettlösliche Flüssigkeiten, die allerdings flüchtig sind. Ätherische Öle sind Substanzgemische aus einigen Dutzenden bis über 100 Einzelkomponenten.


Für die Pflanze erfüllen Ätherische Öle verschiedene Aufgaben:
  • Anlocken von Nützlingen
  • Abwehren von Schädlingen (Fraßfeinden)
  • Schutz vor Krankheiten durch Pilze, Bakterien und Viren
  • Schutz vor Hitze oder Kälte, Bildung eines Mikroklimas (z.B. Weihrauch, Rose)
  • Energiereserve

Ätherische Öle werden immer häufiger in Krankenhäusern, Schulen, Seniorenheimen, Flugzeugen und Firmen eingesetzt. Das Verdampfen der Öle bekämpft das „Sick-Building Syndrom“. Durch Klimaanlagen werden Keime gerecht auf alle verteilt und immer wieder neu verbreitet. Spezielle Ätherische Öle desinfizieren die Raumluft und verbessern die Luftqualität.

Synergie beschreibt das Zusammenwirken von Ätherischen Ölen zu therapeutischen Zwecken. Erst die richtige Mischung führt zum gewünschten Erfolg.

Beim Kauf von Ätherischen Ölen sollten sie auf folgende Qualitätskriterien achten:

1. Die Bezeichnung 100% natürliches Ätherisches Öl. Naturident ist zu wenig;
2. Die Herstellungsart muss durch Wasserdampfdestillation erfolgt sein (Ausnahme: bei Bergamotte Kaltpressung);
3. Blau- oder Braunglasflasche als Behältnis. Bietet besten Schutz vor UV-Licht;
4. Qualitätszertifikat;
5. Originalitätsverschluss;
6. Chargennummer bzw. Pharmazentralnummer;
7. Mindesthaltbarkeitsdatumsangabe.

Wirkungsweise der Ätherischen Öle:

Ätherische Öle wirken auf das limbische System im Gehirn. Das limbische System steuert die Gefühlswelt (Essen, Trinken, Schlafen, Sexualität). Ausgelöst werden hormonelle, nervliche und psychische Reaktionen, auf die letztendlich der Körper reagiert. Ein Molekül ist in einer Billion Luftteilchen riechbar. Daraus ist die enorme Bedeutung der ÄÖ ersichtlich. Riechmittel haben anregende Wirkung auf Atmung und Kreislauf. Minzöl, Campher, Rosmarin- und Bergamottöl vertiefen und beschleunigen die Atmung, der Blutdruck steigt, die Pulsfrequenz erhöht sich.

Einsatz der Ätherischen Öle

Hauptsächlich werden Ätherische Öle zur Bekämpfung von Problemen im Atmungssystem eingesetzt. Eukalyptusöl entwickelt starke Dämpfe, die beim Inhalieren zähen Schleim in den Atemwegen lösen und beim Abhusten helfen.

Sicherheitshinweise:
  • Ätherische Öle nicht einnehmen;
  • Ätherische Öle nur stark verdünnt auf der Haut auftragen;
  • Schleimhautkontakt unbedingt vermeiden;
  • für Kinder unzugänglich aufbewahren;
  • sparsam, d.h. tropfenweise dosieren.
Fakten um den Geruchssinn:

Frauen riechen besser. Die höchste Empfindlichkeit des Geruchssinns erlebt der Mensch nach der Pubertät. Ab dem 70. Lebensjahr nimmt die Geruchsempfindlichkeit ab. 1,2% der Menschen sind ohne Geruchsempfinden. Raucher sind gegenüber Moschus und Banane geruchsempfindlicher, gegenüber Eugenol weniger empfindlich.

Die Anwendung von Ätherischen Ölen in der Raumluft erfolgt am besten durch einen Aromastein, der elektrisch betrieben wird. Im Zentrum des Steines aus Keramik werden maximal 45 Grad Celsius erreicht. Dies gewährleistet eine ökonomische Verdunstung des Öles und es existiert keine Feuer- oder Verbrennungsgefahr. Wasserzugabe entfällt ebenso.

Die einzelnen Öle:

Eukalyptus globulus

Beseitigt über Verdampfung 90% der Viren in der Raumluft. Diese Tatsache wurde von Prof. Schilcher von der Universität Berlin nachgewiesen.
Eigenschaften: schleimlösend, antibakteriell, antiviral, antimykotisch, entzündungswidrig.

Eucalyptus citriodora (Zitroneneukalyptus)

Stark entzündungshemmend, stark schmerzstillend, antirheumatisch, beruhigend, Blutdruck senkend, leicht krampflösend, antiinfektiös, Insekten vertreibend.

Teebaum Melaleuca alternifolia Myrtaceae

Unter der Bezeichnung Teebaum werden Pflanzen der Gattungen Leptospermum und Melaleuca (über 150 Vertreter) aus der Familie der Myrtaceae zusammengefasst. Der bedeutendste Vertreter ist der Australische Teebaum Melaleuca alternifolia, nicht mit dem Teestrauch Camellia sinensis verwandt. Es ist ein bis 6 Meter hoher Baum. Arzneilich genutzt wird das Öl aus den reifen nadelartigen Blättern. Die Eigenschaften der Teebaum-Blätter waren den Aborigines im Norden von New South Wales seit Jahrtausenden bekannt. Vor allem bei Erkältungen, Halsentzündungen, Hustenreiz, Insektenstichen, zur Wundbehandlung, Entlausung sowie gegen Pilzerkrankungen. Da in der westlichen Welt im 18. Jhdt. aus den Blättern ein aromatischer Tee bereitet wurde, bürgerte sich der Name Teebaum ein. Das ÄÖ wurde 1925 destilliert, kurz darauf wurden antiseptische, bakterizide und fungizide Wirkungen beschrieben. Währen des Zweiten Weltkrieges wurde das ÄÖ aus Teebaumblättern als Lokalantisepticum in großem Umfang an australische Soldaten verteilt.

Manuka Leptospermum scoparium Myrtaceae

Das stärkste Öl aus Neuseeland wird gegen eine Vielzahl von Hautbeschwerden eingesetzt. Gegen Bakterien und Pilze ist es 20 mal stärker wirksam als Teebaumöl. Manukaöl ist extrem hautverträglich auch bei100%iger Anwendung.
Eigenschaften: Stark antibakteriell, stark pilztötend, stark hautregenerierend, beruhigend auf die Hautnerven, Juckreiz stillend, antiallergisch, entzündungshemmend, schmerzstillend, schleimlösend und stark stabilisierend auf die Psyche.
Anwendungen: Akne, Schuppenflechte, allergischer Schnupfen, Bronchitis, Pilz- und bakterielle Infektionen, rheumatische Erkrankungen, Reizüberflutung, Nervosität, Unruhe.

Kanuka Kunzea ericoides Myrtaceae

Eines der 2 wichtigsten Öle aus Neuseeland
Eigenschaften: Cortison ähnlich (regt die Tätigkeit der Nebennierenrinden an), antirheumatisch, entzündungshemmend, Schmerz stillend, antiallergisch, Immunsystem stimulierend, entstauend auf das venöse und lymphatische System, durchblutungsfördernd, stabilisiert seelische Abwehrkräfte, löst aus festgefahrenen Gedanken und wirkt; stimmungsaufhellend. Kanuka ist schwächer pilztötend und antibakteriell als Manuka. Gemeinsam sind sie hochwirksam und ebenso hautverträglich.

Latschenkiefer Pinus mugo Pinaceae

Wirkt lokal durchblutungsfördernd, antiseptisch und Auswurf fördernd, d.h. schleimlösend bei Atemwegskatarrhen. Am besten als Inhalation angewandt gemeinsam mit Pfefferminz- und Eucalyptusöl. Der kühlende Effekt vom Minzöl ist wohltuend bei Schnupfen und vitalisiert.

Elemi Canarium luzonium; Philippinen

Das Öl, das sich in bis zu 30% in dem Baumharz befindet, wirkt schleimlösend, antiseptisch und seelisch ausgleichend.

Kampher Cinnamonum camphora; China,Japan, Taiwan

Durch seine Schärfe wirkt er Kreislauf anregend und kühlend auf die oberen und unteren Atemwege.

Mag. pharm. Bertram Spacek, Apotheker in Heidenreichstein