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Heilpflanze des Jahres 2018 Österreich: Die Ringelblume
 
 
Vom Verein der „Freunde der Heilkräuter“ wurde die Ringelblume zur Österreichischen Heilpflanze 2018 erklärt. Der deutsche Name „Ringelblume“ ist auf die eingerollten (ringelförmigen) Früchte der Pflanze zurückzuführen. Während der wissenschaftliche Gattungsnamen „Calendula“ von der unermüdlichen Blühkraft dieser Heilpflanze über Monate (calendis) hinweg stammt.









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©pixabay_silviarita
Ringelblumen wurden früher von Bauern für die Wettervorhersage beobachtet. Pfarrer Kneipp beschrieb das folgendermaßen: "Die Ringelblume hat etwas Gescheites. Wenn sie morgens nach sieben Uhr geschlossen ist, dann regnet es gewiss noch an diesem Tag, geht sie aber zwischen sechs und sieben auf, dann regnet es sicher nicht."
Die Ringelblume gilt als Symbol für die Unvergänglichkeit, weil sie so langlebig ist und den ganzen Sommer über immer wieder blüht.
Ringelblumenblüten pharmazeutisch betrachtet

Lateinische Bezeichnung: Calendulae flos

Volksnamen: Gartenringelblume, Butterblume, Goldblume, Ringelrose, Sonnenwende, Sonnwendblume, Studentenblume, Totenblume, Feminell.

Synonyme: Marigold, Garden Marigold, Holligold, Goldbloom, Mary-bud (engl.), Fleur de tous les mois, Fleur de souci (franz.).

Stammpflanze: Calendula officinalis L. (Asteraceae)

Verwendeter Pflanzenteil: Die ganzen oder geschnittenen, völlig entfalteten, getrockneten und vom Blütenstandboden befreiten Einzelblüten der kultivierten, gefüllten Varietät von Calendula officinalis L.

Inhaltsstoffe: Flavonoide: 0,3-0,8 % (nach Ph.Eur. mind. 0,4% berechnet als Hyperosid);
Ätherisches Öl: ca. 0,2-0,3% (Röhrenblüten 0,64%, Zungenblüten 0,02%; Hauptbestandteil alpha-Cadinol), Triterpensaponine 2-10 %, Triterpenalkohole (Faradiol, Amyrin, Taraxasterol, Calenduladiol u. a.), Sterole 0,06-0,08 %, Weitere Inhaltsstoffe: Carotinoide (überwiegend Lutein und Zeaxanthin), Polysaccharide (ca. 14 % wasserlösliche, saure, verzweigtkettige Heteroglykane).

Offizinell: Ringelblumenblüten / Calendulae flos Ph.Eur.: mind. 0,40 % Flavonoide.

Anwendungsgebiete:
Innere, lokale Anwendung: entzündliche Veränderung der Mund- und Rachenschleimhaut
Äußere Anwendung: Wunden, auch mit schlechter Heilungstendenz. Ulcus cruris.

Empfohlene Dosierung:
Aufguss: etwa 1-3 g Ringelblumenblüten (= 1-2 Teelöffel) werden mit ca. 150 ml heißem Wasser übergossen und nach 10 min durch ein Teesieb gegeben. Bei Entzündungen im Mund und Rachenraum wird mit dem noch waren Aufguss mehrmals täglich gespült oder gegurgelt.

Unerwünschte Wirkungen:
Eventuelle Kreuzallergien mit anderen Korbblütlern sind nicht auszuschließen, jedoch bisher nicht bekannt.

Aufbewahrung der Ringelblumenblüten:
Vor Licht und Feuchtigkeit geschützt.

Anwendung in der Homöopathie:
Das Homöopathikum "Calendula" wird innerlich (D2 bis D6) und äußerlich (1 Teelöffel der Urtinktur auf 1/2 Glas warmes Wasser) bei Riss- und Quetschwunden, bei Unterschenkelgeschwüren und zur Anregung der Wundheilung verwendet.