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Ferdinand von Mueller (1825-1896): Apotheker, Botaniker und Forschungsreisender
 
Der größte australische Naturwissenschaftler des 19. Jahrhunderts
 
Ferdinand von Mueller war nicht nur Pharmazeut und Botaniker, sondern auch Geograph. Eben ein typischer Naturwissenschaftler des 19. Jahrhunderts. Eine rege Korrespondenz und Zusammenarbeit verband ihn mit der Gremialbibliothek des Allgemeinen österreichischen Apothekervereins.

Baron Ferdinand von Mueller (1825-1896)


Widmung in den „Native plants of Victoria“ (1879)


Apotheker Rudolf Schiffner (1818 – 1900)

Ferdinand Jacob Heinrich Mueller, geboren am 30. Juni 1825 in Rostock, studierte an der Universität Kiel Pharmazie und wanderte 1847 nach Australien aus, wo er sich anfänglich als Apotheker in Adelaide niederließ. Schon während dieser Zeit veröffentlichte Mueller einige Aufsätze zu botanischen Themen in deutschsprachigen Fachzeitschriften. Ab 1853 lebte er in Melbourne und widmete sich ganz der Botanik. Ferdinand Mueller gilt als der größte australische Naturwissenschaftler des 19. Jahrhunderts. Er entdeckte auf seinen Forschungsreisen fast 800 neue Spezies und wird deshalb auch „der Humboldt Australiens“ genannt.

Mit Verleihung des Ritterkreuzes des Ordens der Württembergischen Krone wurde Mueller 1867 zunächst in den württembergischen persönlichen Adelsstand erhoben. Die Erhebung in den Freiherrnstand erfolgte vier Jahre später.

Nach Mueller wurden verschiedene geografische Plätze benannt: So die Mueller Ranges (WA), die Muellers Range (Qld), ein Mount Mueller (jeweils in WA, NT, Tas und Vic) sowie ein Mount von Mueller (WA), Muellers Peak (NSW), der Mueller River (Vic), Muellers Creek (SA) und Mueller Creek (NT), der Lake Mueller (Qld) und schließlich der Mueller Gletscher in Neuseeland. Die australische Post ehrte Mueller 1948 mit einer Briefmarke sowie erneut 1996 zum 100. Todestag Muellers in einer Gemeinschaftsausgabe mit der Deutschen Post.

Mit der Gremialbibliothek (jetzt Bibliothek der Österreichischen Apothekerkammer) korrespondierte Ferdinand von Müller regelmäßig. Einen von ihm in Nordaustralien neu entdeckten Baum aus der Familie der Meliaceen (Mahagonigewächse) gab er im Andenken an Apotheker Rudolf Schiffner den Namen „Dysoxyllon Schiffneri“. Schiffner war Leiter der Gremialbibliothek, Begründer des Chemisch-pharmazeutischen Laboratoriums der Apotheker und ab 1861 Direktor und von 1870 – 1892 Oberdirektor des Allgemeinen österreichischen Apothekervereins (Rudolf Schiffner gründete auch die erste Sodawasserfabrik in Wien).

In der Bibliothek der Österreichischen Apothekerkammer finden wir nicht nur die oben erwähnten Artikel von Ferdinand Mueller in den Zeitschriften, sondern auch 24 mehrbändige Werke, die von Mueller in Melbourne herausgegeben wurden. Darunter seine berühmteste Publikation, die zwischen 1858 und 1881 veröffentlichten elf Bände der „Fragmenta phytographiae Australiae“. Auch seine zwei Bände „Key to the System of Victorian Plants“ (1885–1887) und die 1879 erschienenen „Native plants of Victoria“ (mit handschriftlicher, persönlicher Widmung des Autors) haben ihren fixen Platz in den Regalen im historischen Lesesaal.


Lesen Sie auch:
Österreichische Apotheker-Zeitung 18/2017 Seite 59: Historische Schmankerln
"Ferdinand von Mueller – der Humboldt Australiens"
OAZ-2017-18-Mueller.pdf


Literatur:
Knapp J.A.: Eine vom Direktorium des Allgem. österr. Apotheker-Vereins Baron von Mueller gewidmete „biographische Skizze“. Zeitschrift des allgemeinen österreichischen Apotheker-Vereins 36/1877 Seite 597 ff

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Bibliothek der Österreichischen Apothekerkammer / ÖAZ Historische Schmankerln