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Hohe Auszeichnung für Professor Dr. Hugo Kubinyi
 
 
Im Rahmen des 20. Symposiums der European Federation for Medicinal Chemistry (EFMC), das vom 31. August bis 4. September 2008 (erstmals in Wien) stattfand, wurde Professor Dr. Hugo Kubinyi, der vor genau 50 Jahren in Wien seine Chemielaufbahn begonnen hat, mit dem Nauta Award ausgezeichnet.

Der Nauta Award wird seit 1992 alle zwei Jahre von der EFMC an einen Pharmakochemiker für das herausragende Lebenswerk in der Wirkstoffforschung vergeben. Der Preis ist nach dem niederländischen Forscher Professor Wijbe Thomas Nauta (1913 – 1986) benannt, der den Begriff ‘Pharmacochemistry’ prägte, weil er der Meinung war, dass die für Wirkstoffforschung ebenfalls übliche Bezeichnung „medical chemistry“ zu medizinisch orientiert, und daher unpassend ist. In Pharmakochemie steckt der Begriff Pharmakon, was nach Nauta besser zum Ausdruck bringt, dass es sich dabei um Substanzen mit einer ganz bestimmten biologischen Aktivität handelt.

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Univ.-Prof. Dr. Hugo Kubinyi
Professor Kubinyi studierte in Wien, trat nach dem Studium als medizinischer Chemiker in die KNOLL AG Ludwigshafen ein, entwickelte ein teilsynthetisches Herzglykosid (Meproscillarin, 1978 in die Therapie eingeführt). Von 1987 – 2001 war Kubinyi bei BASF verantwortlich für das Molecular Modelling, die Proteinkristallographie und das Wirkstoffdesign, ab 1998 auch für die Kombinatorische Chemie. 1986 wurde Hugo Kubinyi Professor für Pharmazeutische Chemie an der Universität Heidelberg.

Der Preisträger kann über 100 Publikationen vorweisen, sieben Bücher, u.a. Wirkstoffdesign, 1996 (Buchpreis 1999 des Fonds der Chemischen Industrie), Chemogenomics in Drug Discovery, 2004, und Drug Discovery Technologies (Band 3 von Comprehensive Medicinal Chemistry II). Kubinyi ist Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Beiräte, Mitherausgeber der Wiley-VCH-Buchreihe "Methods and Principles in Medicinal Chemistry" und Mitglied der Editorial Boards mehrerer wissenschaftlicher Zeitschriften. Den österreichischen Apothekerinnen und Apothekern ist er vor allem durch seinen mitreißenden Vortrag anlässlich der Zentralen Fortbildungstagungen der Österreichischen Apothekerkammer, November 2006 in Salzburg und Wien, bekannt. Siehe ÖAZ 23/2006.