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Der neue Österreichische Impfplan 2016
 
Version 2
 
    Der Impfplan wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und Expertinnen/Experten des Nationalen Impfgremiums erarbeitet und aktualisiert. Ziel ist es vor allem, interessierten Ärztinnen/Ärzten und Impfwilligen einen einfachen Überblick über derzeit zur Verfügung stehende Impfungen und diesbezüglich für Österreich einheitliche, evidenzbasierte Empfehlungen zu geben. Es wird differenziert zwischen Basis-Impfungen, welche im Rahmen des kostenfreien Impfprogramms1 von der öffentlichen Hand getragen werden und anderen wichtigen Impfungen, welche nicht im kostenfreien öffentlichen Impfprogramm bereitgestellt werden können, aber dennoch für den Individualschutz empfohlen werden.

    Das kostenfreie Impfprogramm wurde vor fast 20 Jahren von der damaligen Bundesministerin Lore Hostasch mit dem Ziel ins Leben gerufen, allen in Österreich lebenden Kindern bis zum 15. Lebensjahr Zugang zu den für die öffentliche Gesundheit wichtigen Impfungen zu ermöglichen, ohne dass dafür den Erziehungsberechtigten Kosten erwachsen. Auf diese Weise sind die meisten impfpräventablen Krankheiten im Kindes- und Jugendalter abgedeckt. Dadurch kann die für den wichtigen „Herdenschutz“ notwendige Impfbeteiligung in der Bevölkerung erreicht werden.

    Priorität bei der Auswahl der kostenfreien Impfungen haben nach dem letzten Stand des Wissens einerseits sehr häufig vorkommende Erkrankungen, andererseits seltene sehr schwer verlaufende Krankheiten. Eine weitere Vorgabe war, die Kinder mit möglichst wenigen Stichen gegen möglichst viele Krankheiten zu schützen.

    Für das kostenfreie Impfprogramm und seine Umsetzung steht den Kostenträgern (Bundesministerium für Gesundheit/Bundesländer/Sozialversicherungsträger) jeweils nur ein definiertes Budget zur Verfügung. Obwohl dieses Budget kontinuierlich gesteigert werden konnte und die Beschaffungsprozesse optimiert wurden, reichen die Mittel nicht aus, um alle verfügbaren und wichtigen Impfungen durch die öffentliche Hand bereitzustellen. Daher erfolgen Ausweitungen und Adaptierungen des Impfplans nur nach genauer Evaluierung der Kosten/Nutzen Relation auf Basis wissenschaftlicher Empfehlungen.

    Alle weiteren empfohlenen, jedoch nicht kostenfrei zur Verfügung stehenden Impfungen sind im vorliegenden Impfplan in getrennten Tabellen zu finden. Je nach persönlichem Expositionsrisiko können auch diese Impfungen für den Individualschutz sehr wichtig sein, besonders dann, wenn kein kollektiver Impfschutz vorhanden oder erreichbar ist.


    Neuerungen Version 2

    FSME: Hinweise zur FSME-Impfung bei Kindern
    HPV: Ergänzungen zum 9-valenten Impfstoff, der seit Mai 2016 verfügbar ist
    Varizellen: Präzisierung der Verabreichung von VZIG in der Schwangerschaft
    Impfungen für Personal des Gesundheitswesens und von sozialen Einrichtungen: Hinweis auf die neue Broschüre zu rechtlichen Aspekten von Personal im Gesundheitswesen.

    Österreichischer Impfplan 2016 Version 2: Download Druckversion

    Neuerungen/Änderungen 2016

    Der Impfplan 2016 wurde völlig überarbeitet und die Einteilung der Kapitel zu den einzelnen Impfungen wurde einheitlicher gestaltet, um den Impfplan noch übersichtlicher und anwenderfreundlicher zu gestalten. Es wurden in jedem Kapitel Änderungen vorgenommen, hier sollen die wichtigsten Änderungen angeführt werden:

    Übersichtstabellen empfohlener Impfungen: Updates, Präzisierungen und Ergänzungen wurden durchgeführt.

    FSME: Vereinfachung der Tabelle „FSME-Impfung nach Zeckenstich“
    HiB: detaillierte Auflistung der Risikopersonen
    Hepatitis A: Präzisierung der Indikationen
    Hepatitis B: Präzisierung der Risikopersonen
    Masern: Bedeutung in Hinblick auf langanhaltende Immunsuppression und Infektionen in der Schwangerschaft
    Meningokokken B: Empfehlung wurde präzisiert
    Meningokokken A, C, W135, Y: Ergänzung zu Auffrischungs-Empfehlungen
    Pneumokokken: Aktualisierung der Empfehlungen und Vereinfachung der Tabellen
    Rotavirus: neue Empfehlungen hinsichtlich Impfung von Frühgeborenen
    Varizellen: Postexpositionsprophylaxe mit VZIG: Ausdehnung des Zeitintervalls auf maximal 10 Tage, bei Schwangeren ohne Immunität in gesamter Schwangerschaft empfohlen
    Zoster: Hinweis zur Langzeiteffizienz

    Reiseimpfungen:
    Cholera: Kapitel wurde ergänzt
    Gelbfieber: neue Regelungen im internationalen Reiseverkehr
    Japanische Encephalitis: Ergänzungen zur Schutzdauer nach Impfung
    Tollwut: Schnellschema, Hinweise zu Auffrischungsimpfungen

    Impfungen bei Kinderwunsch: Kapitel wurde neu angeführt
    Impfungen bei Frühgeborenen: neue Empfehlung hinsichtlich Rotavirusimpfung

    Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen:
    Mit wenigen Ausnahmen wurden Hinweise und Kontraindikationen zu Impfstoffen entfernt.
    Hinweise, Kontraindikation und Vorsichtsmaßnahmen zu den einzelnen Impfstoffen müssen der entsprechenden, aktuellen Fachinformation entnommen werden.
    Die jeweils aktuelle Fachinformation ist auf der Homepage der AGES: https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/
    und der EMA www.ema.europa.eu („search for medicines“) abrufbar.
    Zusätzlich wird auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit als weiterer Service ein Link zu den Fachinformationen der Impfstoffe des kostenfreien Impfkonzepts eingerichtet (Stand der Fachinformationen entsprechend des dort angeführten Datums): www.bmg.gv.at/impfen

    Allergische Reaktionen bei Impfungen: Flow-Chart wurde ergänzt, weitere Details im Anhang J

    Die Wichtigkeit der Impfungen von Personal im Gesundheitswesen wird einmal mehr betont.

    Impfungen für Personen ohne Impfdokumentation: Präzisierung und Ergänzung der Tabellen und Vorgehensweisen bei Impfstoffknappheit oder Alterslimitationen seitens der Produktzulassung

    Weitere Informationen/Links:
    Ergänzung der EU Datenbank zur Meldung von Nebenwirkungen www.adrreports.eu/de
    Ergänzung weiterer Links


    Erweiterte Impfempfehlungen unter besonderer Berücksichtigung von spezifischen Berufsgruppen (Stand 2015)
    Die Empfehlungen als Erweiterung des Österreichischen Impfplans finden Sie hier

    Impfempfehlung für Helferinnen und Helfer sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Versorgung von Asylsuchenden: hier

    Impfempfehlung für in Asyl-Erstaufnahmezentren aufgenommene Personen: hier

    Gesamter "Österreichischer Impfplan 2016": Download Druckversion


    Die wichtigsten Tabellen aus dem aktuellen österreichischen Impfplan 2016:




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