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Giftschlangen in Österreich
 
 

Die Ringelnatter (Natrix natrix) ist
wie die anderen (heimischen) Arten
der Nattern für Menschen
vollkommen ungefährlich.
Foto: Torsten Rempt / pixelio.de


Die Schlingnatter oder Glattnatter
(Coronella austriaca): diese
ungiftige Schlange ist für den
Menschen völlig harmlos – nicht
selten wird sie allerdings mit der
Kreuzotter verwechselt.
Foto: Christian Fischer


Die Kreuzotter (Vipera berus) ist
eine Giftschlange aus der Familie
der Vipern. Das auffälligste
Zeichnungsmerkmal ist ein dunkles
Zickzack-Band auf dem Rücken, das
ebenso wie die Grundfarbe sehr
variabel ausgebildet sein kann.
Foto: Daniel Bleyenberg / pixelio.de


Die Europäische Hornotter (Vipera
ammodytes), auch Sandviper,
Hornviper oder Sandotter ist eine
der gefährlichsten Giftschlangen.
Foto: Benny Trapp



Die Wiesenotter ist die kleinste
der europäischen Giftschlangen.
Foto: Zwentibold
Die Angst vor Schlangen ist weit verbreitet – doch Bissverletzungen sind eher selten. Dennoch werden in Österreich jährlich etwa 40 Menschen nach einem Schlangenbiss stationär behandelt.

Die giftigsten heimischen Schlangenarten sind die Sandviper, die Kreuzotter und die Wiesenotter. Es ist durchaus möglich, eine davon auf einer Wanderung, beim Beeren pflücken, Holz suchen oder Hochheben von Steinplatten anzutreffen. Doch keine unnötige Angst: Bissunfälle sind nicht lebensbedrohlich und leicht vermeidbar, wenn man darauf achtet, wo man hintritt und wo man hingreift.

Informationszentrale gegen Vergiftungen der Universität Bonn: Giftige und nichtgiftige Schlangen

Erste Hilfe nach einem Schlangenbiss

Wird man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen von einer heimischen Schlange gebissen, – z.B. weil man auf ein Tier gestiegen ist – muss man nicht in Panik geraten: In der Regel sind Schlangenbisse heimischer Tiere nicht lebensbedrohlich. Meist schwellen die Bissstelle und das Gewebe rundherum stark an und es treten Rötungen und Schmerzen auf. Vergiftungserscheinungen wie Atem-Kreislauf-Störungen können ebenso vorkommen wie ein Schock. Was macht man in einem solchen Notfall? Maßnahme eins: den verletzten Körperteil ruhig stellen und kalte Umschläge auf die Bissstelle legen. Eventuell sollte man auch eine Schocklagerung durchführen – und natürlich sofort den nächstgelegenen Arzt aufsuchen. Absolut tabu: die Wunde aussaugen, abbinden oder ausschneiden.

Quelle und mehr darüber: Österreichische Apotheker-Zeitung OAZ-2006-12_33.pdf


Ungiftige Schlangen

Die Schlangenart, die man wohl am Häufigsten bei uns antrifft, ist die Ringelnatter. Sie lebt in und um Seen, Bächen und Flüssen. Weitere heimischen Nattern wie die Schlingnatter oder Glattnatter (siehe Abbildung) und die Würfelnatter sind ebenfalls ungiftig, nicht selten werden sie allerdings mit der Kreuzotter verwechselt. Die Blindschleiche ist eine Echse, sieht aber wie eine Schlange aus. Äskulapnattern sind die größten heimischen Schlangen. Benannt wurden diese nach dem griechischen Gott Äskulap (Asklepios). Der Äskulapstab wurde zum Symbol der Ärzte, die Äskulapschlange mit Schale zum Symbol der Apotheker.

Giftige Schlangen

Kreuzotter: Die Grundfarbe ist hell, Grau-Gelb-über Brauntöne bis rötlich. Die Rückenzeichnung besteht aus einem dunklen Zickzack-Band (siehe Abbildung links). Wenig abgesetzter ovaler Kopf mit abgerundeter Schnauze. Senkrechte, spaltförmige Pupille. Selten länger als 60-70 cm. In der Regel ist die Kreuzotter tagaktiv, bei sehr heißem Wetter eher dämmerungs- oder nachtaktiv. Hauptsächlich bodenbewohnend, kann aber auch klettern, z.B. in Heidelbeersträucher. Der Biss ist sehr schmerzhaft mit zwei symmetrisch auseinanderliegenden Stichstellen.

Sandviper: Charakteristisch ist ein vorne auf dem dreieckig geformten Kopf sitzendes etwa 7mm langes bewegliches Schnauzenhorn, das nach oben gezogen ist. Vom Kopf abgesetzt findet sich ein 60 bis 100 cm langer massiger Körper. Die Färbung variiert stark. Männchen sind vorwiegend hellgrau mit einem kräftigen schwarzen Zickzackband auf dem Rücken. Weibchen sind eher gelbbraun bis rötlich mit graubräunlicher Bandzeichnung. Die Sandvipper ist eine der gefährlichsten Giftschlangen.

Wiesenotter: Charakteristisch ist unter anderem ein ovaler, wenig vom restlichen Körper abgesetzter Kopf mit einer abgerundeten Schnauzenspitze. Die kleinste der europäischen Giftschlangen erreicht eine Länge von nur 40 bis 50cm. Die Farbe der Männchen ist gelb, braun, grau oder olivgrün. Weibchen sind eher dunkler. Vergiftungen durch Schlangenbisse passieren vorwiegend in den warmen Sommermonaten, meist provoziert durch unnötiges Anfassen der Tiere, gelegentlich aber auch beim Beerensammeln oder Barfußlaufen.



Alle Reptilien sind in Österreich geschützt. Falls Sie Angst vor Schlangen haben: heimische Schlangen greifen nicht grundlos an.