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Apothekerin Tipps: Video >Pilzerkrankungen ernst nehmen<
 
Schuppige Haut verbunden mit Juckreiz - da könnte ein Pilzbefall die Ursache sein.
 
So genannte Mykosen, Pilzerkrankungen - vor allem der Haut - können langwierig und lästig sein; außerdem sind sie hoch ansteckend. Doch mit Arzneimitteln aus Ihrer Apotheke bekommen Sie sie rasch in den Griff.


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Pilzerkrankungen
Schuppige Haut oder Nägel verbunden mit Juckreiz - das lässt nichts Gutes ahnen. Da könnte ein Pilzbefall die Ursache sein und der kann von Kopf bis Fuß auftreten. Wie man diese wieder los wird, erklärt TV-Apothekerin Mag.pharm.Sonja Wurst in der Sendung Winterzeit am 1.12.2010 um 17:40 Uhr im ORF 2.
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Durch Pilze verursachte Infektionskrankheiten werden in der Fachsprache Mykosen genannt. Unter diesem Begriff sind alle Pilzerkrankungen zusammengefasst, die im menschlichen Körper eine Infektion verursachen können. Jeder Pilz, vom Steinpilz bis zum Hefepilz, braucht einen Wirt, um überleben zu können. Laut heutigem Stand der Wissenschaft sind 250.000 Pilz-Arten bekannt. Davon sind ca. 100 Arten humanpathogen, d.h. sie können eine Infektion im menschlichen Körper verursachen. Entsprechend groß ist auch die Bandbreite der Therapiemöglichkeiten.

Pilzerkrankungen können an den verschiedensten Körper stellen, z. B. an der Haut, an der Schleimhaut und in den inneren Organen auftreten. Mitunter können Pilze sogar gefährlich werden, im Allgemeinen sind sie aber hauptsächlich unangenehm. In den meisten Fällen sind Haut, Nägel und Haare von Pilzen befallen.
Je nachdem, welches Organ im menschlichen Körper befallen ist, erfolgt die Einteilung der Pilzinfektionen in:
    • Oberflächliche Pilzinfektionen, wie etwa an der Haut, den Haaren, Nägeln und Schleimhäuten. Dafür hält Ihr Apotheker das richtige Mittel für Sie bereit.
    • Systemische Pilzinfektionen, also der Befall von inneren Organen. Diese müssen vom Arzt behandelt werden. Ist ein Mensch völlig gesund, so ist die Wahrscheinlichkeit für ihn, an einer Pilzinfektion zu erkranken, sehr gering. Personen mit einer Abwehrschwäche sind jedoch gefährdeter, vor allem für systemische Pilzerkrankungen.

VOM FUSSPILZ …
Die Symptome einer Pilzinfektion können in unterschiedlichen Formen auftreten, d.h. an unterschiedlichen Körperstellen und mit unterschiedlichem Aussehen. Außerdem kann ein und derselbe Pilz an der einen Körperstelle stärkere Auswirkungen haben als an einer anderen. Infektionen der Haut sind vor allem an den Füßen sehr häufig.

Pilze können sich in ihrer Erscheinung unterscheiden, deshalb sollte auch bei juckenden, schuppenden Hautveränderungen Pilzbefall nicht ausgeschlossen werden. Schätzungen zufolge sind bis zu 30 Prozent der Bevölkerung vom Fußpilz betroffen. Mit steigendem Alter nimmt die Anzahl der Fußpilz-Patienten zu. Das Risiko steigt außerdem bei Diabetes, bei Durchblutungsstörungen und bei Sportlern wie Läufer und Schwimmer. Nicht zu unterschätzen sind Infektionen von Menschen durch nicht hygienisch arbeitende Fußpflegestudios oder Infektionen herbeigeführt durch Besuche in Sauna- und Badeanstalten.

Erreger des Fußpilzes können Dermatophyten, Hefepilze oder Schimmelpilze sein. Wird der Fußpilz nicht behandelt, kann sich auch ein Nagelpilz entwickeln. Pilze neigen nämlich dazu, sich auszubreiten, sie beginnen dann zu wandern und andere Körperstellen zu befallen. Eine Behandlung muss deshalb besonders gründlich sein, da sich der Pilz ansonsten wieder bildet. Pilze sind bei der Übertragung nicht notwendigerweise auf direkten Mensch-zu-Mensch-Kontakt angewiesen. Pilzfäden (Hyphen) und Sporen können auch auf Kleidung, in Leihschuhen, Handtüchern, Bettzeug oder dem Boden überleben. Sogar nach Monaten ist eine indirekte Übertragung der Pilze noch möglich! Unglaublich wichtig beim Kampf gegen den Pilz ist deshalb eine disziplinierte Hygiene, d. h. Waschen von kontaminierten Textilien mit mind. 60 Grad Celsius und einem speziellen fungiziden Waschmittel, das in der Apotheke erhältlich ist. Auch Socken und Schuhe müssen desinfiziert werden. Fußpilze können als Bläschen erscheinen, als trockene Verhornungen oder als Zehenzwischenraum-Mykose, die meist ihren Anfang zwischen dem 4. und 5. Zeh hat. Oft kommt es in den Zehenzwischenräumen und in den Falten unter den Zehen zu einer weißlichen Aufweichung der Haut mit möglichen schmerzvollen Einrissen und starkem Jucken.

Zur Therapie sind spezielle Cremes, Gele oder Sprays entwickelt worden, welche alle einen antimykotischen Wirkstoff beinhalten und zusätzlich entweder eine juckreizstillende, kühlende oder befeuchtende Wirkung erzielen. Ihr Apotheker berät Sie gerne!

… ZUM NAGELPILZ
Nägel werden – wie die Füße – oft das Opfer eines Pilzbefalls. Vor allem Fußnägel, aber auch Fingernägel können angegriffen werden. Einen Nagelpilz erkennt man zunächst an einer gelblichen oder weißlichen Verfärbung des Nagels. Später verdickt sich der Nagel und wird zusehends krümeliger. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich der Nagel spalten oder sogar ablösen. Der Erreger kann sich von einem Nagel auch auf die umliegenden Nägel ausbreiten.

Therapiemöglichkeit bei Nagelpilz ist das Auftragen einer antimykotischen Creme auf den befallenen Nagel. Somit wird der Nagelpilz gezielt bekämpft, durch die Creme werden infizierte Nagelbereiche
aufgeweicht und die gesunden Nagelteile bleiben erhalten. Die Anwendung erfolgt einmal täglich, die Dauer der Behandlung variiert je nach Befallstärke, sollte aber mindestens 2 Wochen andauern. Es wird jedoch eine Nachbehandlung von 4 Wochen empfohlen.
Das Auftragen eines antimykotischen Nagellacks. Es handelt sich hier um einen farblosen Nagellack, der speziell für die Behandlung von Pilzerkrankungen entwickelt wurde. Der Wirkstoff im Nagellack ist fungizid gegen alle relevanten Erreger von Nagelpilzerkrankungen und erreicht bereits 48 Stunden nach Auftragen die Pilzerreger. Der Nagellack wird im ersten Monat jeden 2. Tag in dünner Schicht auf den erkrankten Nagel aufgetragen. Im zweiten Behandlungsmonat kann die Anwendung auf mindestens zweimal wöchentlich und ab dem dritten Behandlungsmonat auf einmal wöchentlich reduziert werden.
Ist die Behandlung noch immer erfolglos, so muss zur eindeutigen Diagnose eine Pilzkultur im Labor angelegt werden. Erst dann kann der Arzt die richtige Behandlung festlegen und der Pilz bekämpft werden.

PILZE AM KOPF
Pilzerkrankungen der Haare erscheinen als schuppige Stellen auf der Kopfhaut oder bei Männern an den Barthaaren. Pilzbefall geht dann mit dem Verlust der Haare einher und ist teilweise auch mit der Bildung von eitrigen Entzündungen verbunden. Zur Therapie werden antimykotische Shampoos aus der Apotheke empfohlen.
MUNDSOOR
Pilze können auch an Schleimhäuten vorkommen. Auf Schleimhäuten äußert sich ein Pilz meist in Form kleinster, roter Knötchen, winziger Pusteln und in weiterer Folge durch weiße, wegwischbare Beläge. Babys und Senioren, aber auch Patienten mit einer Abwehrschwäche (zum Beispiel während einer Chemotherapie) leiden teilweise u.a. an Mundsoor, einer Hefepilzinfektion.
PILZE IM GENITALBEREICH
Besonders unangenehm sind Pilze im Genitalbereich, wo sie zum Beispiel eine Entzündung der Eichel oder der Scheide hervorrufen können. Eine häufige Ursache der Pilzinfektionen im Vaginalbereich ist eine Antibiotikatherapie. Durch das Antibiotikum kommt es zu einer Schädigung der Milchsäure-Bakterien, das empfindliche Scheidenmilieu wird durcheinandergebracht und plötzlich überwiegt der Anteil des Hefepilzes (Candida) und die höchst unangenehmen Symptome wie Juckreiz und Brennen im äußeren Genitalbereich, weißlicher, krümeliger Ausfluss sowie Rötung und/oder Schwellung des Gewebes. Candida albicans ist ein so genannter fakultativ pathogener Keim. Das bedeutet, er gehört zur normalen Haut- und Magen-Darm-Flora, kann aber unter gewissen Umständen Infektionen hervorrufen.
Weitere mögliche Ursachen für eine Vaginalinfektion sind Stress, übertriebene Genitalhygiene oder ein veränderter Hormonhaushalt in Schwangerschaft, Wechseljahren oder bei Pilleneinnahme.
Zur Behandlung von Pilzerkrankungen stehen wirksame Medikamente – so genannte Antimykotika – in Form von Zäpfchen, Scheidentabletten oder Vaginalcremes zur Verfügung. Diese Präparate müssen über die vorgeschriebene Dauer und in der richtigen Art angewandt werden. So sollten die Zäpfchen mit dem beiliegenden Applikator eingeführt werden und beim Auftragen der Salbe Damm und After nicht ausgespart werden. Ganz wichtig ist es aber auch, während einer Infektion auf die richtige Hygiene zu achten. Zur Unterstützung des sauren pH-Wertes im Intimbereich gibt es spezielle Pflegeprodukte, keine herkömmlichen Seifen o. ä. verwenden.

PILZERKRANKUNG ERNST NEHMEN
Pilzerkrankungen sind also oft ein Zeichen dafür, dass mit dem Körper etwas nicht in Ordnung ist. Ein Pilz sollte also keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Tritt ein Pilz immer wieder auf, muss der eigentlichen Ursache auf den Grund gegangen und die körperliche Abwehr unterstützt werden, sei es durch weniger Stress, gesunde Ernährung, Hygiene oder einer guten Immuntherapie mit einem hochwertigen Vitaminpräparat aus der Apotheke.

Quelle:
Gesundheitsmagazin DA 201008 www.apoverlag.at
AUTORIN: MAG. PHARM. SUSANNE ERGOTT-BADAWI

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