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Apothekerkammer: Arzneimittel-Sicherheitsgurt endlich realisieren
 
Eröffnung der Fortbildungswoche in Saalfelden 2009
 
Kammerpräsident Burggasser: "Wir sind an sich bereit" - Apotheken und Krankenhäuser könnten den Beginn machen



Saalfelden (APA) - Ob die Sache nun "E-Medikation" bei der Ärztekammer oder "Arzneimittel-Sicherheitsgurt" bei den Apothekern heißt, sollte wohl egal sein. Die österreichische Apothekerkammer will jedenfalls, dass ein System zur Registrierung und Sicherheitskontrolle von Arzneimittelverschreibungen und rezeptfrei gekauften Medikamenten in Österreich endlich realisiert wird. Dies erklärte der Präsident der Standesvertretung, Heinrich Burgggasser, in einem Gespräch mit der APA.

"Wir sind an sich bereit, den Arzneimittel-Sicherheitsgurt auszurollen. Für die Fertigstellung und den Betrieb brauchen wir aber Geldmittel. Wir rechnen für die Etablierung des Systems in ganz Österreich mit vier bis fünf Mio. Euro. In Salzburg läuft das System bereits. Der Betrieb bedeutet für die Apotheken einen wesentlichen Mehraufwand. Die Sozialversicherung könnte sich aber durch die Vermeidung von Mehrfachverschreibungen und Wechselwirkungen ein Mehrfaches ersparen", sagte Burggasser zum Start der 42. Wissenschaftlichen Fortbildungswoche der österreichischen Apothekerkammer in Saalfelden (bis 6. März).

Bei dem System können alle von verschiedenen Ärzten für einen Patienten erfolgenden Verschreibungen und zusätzliche private Käufe von Medikamenten in den Apotheken zusammengeführt und einfach auf etwaige drohende Wechselwirkungen bzw. Überverschreibungen kontrolliert werden. Nachdem die österreichische Ärztekammer das System jahrelang sehr kritisch sah, forderte Kammerchef Walter Dorner vor kurzem die "E-Medikation".

Burggasser: "Wir Apotheker sind natürlich dafür, dass Spitäler und Ärzte eingebunden sind. Wir könnten schon beginnen. Die Spitäler könnte man wahrscheinlich schneller anschließen, weil es eben weniger Stellen sind. Warten wäre schade um die Zeit." Immerhin sei die Einführung des Systems ja auch fix im Koalitionsübereinkommen von SPÖ und ÖVP enthalten. Gesundheitsminister Alois Stöger (S) habe sich bei einem Besuch in einer Salzburger Apotheke informiert und begeistert gezeigt. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) ist ebenfalls eine Verfechterin.

Quelle: APA Meldung von der Eröffnung der Fortbildungstagung für ApothekerInnen, Saalfelden am 1.3.2009