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Der neue Österreichische Impfplan 2017
 
 
Der Impfplan wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) und Experten des Nationalen Impfgremiums erarbeitet und aktualisiert. Ziel ist es, einen Überblick über derzeit zur Verfügung stehende Impfungen und diesbezüglich für Österreich einheitliche, evidenzbasierte Empfehlungen zu geben. Es wird differenziert zwischen Basis-Impfungen, welche im Rahmen des kostenfreien Impfprogramms von der öffentlichen Hand getragen werden und anderen wichtigen Impfungen, die nicht im kostenfreien öffentlichen Impfprogramm bereitgestellt werden können, aber dennoch für den Individualschutz empfohlen werden.

Das kostenfreie Impfprogramm des Bundes, der Bundesländer und der Sozialversicherungsträger, in weiterer Folge „kostenfreies Impfprogramm“ genannt, wurde vor fast 20 Jahren von der damaligen Bundesministerin Lore Hostasch ins Leben gerufen. Ziel war und ist es, allen in Österreich lebenden Kindern bis zum 15. Lebensjahr Zugang zu den für die öffentliche Gesundheit wichtigen Impfungen zu ermöglichen, ohne dass dafür den Erziehungsberechtigten Kosten erwachsen. Auf diese Weise sind die meisten impfpräventablen Krankheiten im Kindes- und Jugendalter abgedeckt. Dadurch soll die für den wichtigen „Herdenschutz“ notwendige Impfbeteiligung in der Bevölkerung erreicht werden.

Priorität bei der Auswahl der kostenfreien Impfungen haben einerseits sehr häufig vorkommende Erkrankungen, andererseits seltene, sehr schwer verlaufende Krankheiten. Eine weitere Vorgabe ist es, Kinder mit möglichst wenigen Stichen gegen möglichst viele Krankheiten zu schützen.

Für das kostenfreie Impfprogramm und seine Umsetzung steht den Kostenträgern (Bundesministerium für Gesundheit und Frauen/Bundesländer/Sozialversicherungsträger) jeweils nur ein definiertes Budget zur Verfügung. Obwohl dieses Budget kontinuierlich gesteigert werden konnte und die Beschaffungsprozesse optimiert wurden, reichen die Mittel nicht aus, um alle verfügbaren und wichtigen Impfungen durch die öffentliche Hand bereitzustellen. Daher erfolgen Ausweitungen und Adaptierungen des Impfplans nur nach genauer Evaluierung der Kosten/Nutzen Relation auf Basis wissenschaftlicher Empfehlungen.

Alle weiteren empfohlenen, jedoch nicht kostenfrei zur Verfügung stehenden Impfungen sind im vorliegenden Impfplan in derselben Tabelle zu finden. Je nach persönlichem Expositionsrisiko können auch diese Impfungen für den Individualschutz sehr wichtig sein, besonders dann, wenn kein kollektiver Impfschutz vorhanden oder erreichbar ist.


Neuerungen/Änderungen 2017

Der Impfplan 2017 wurde völlig überarbeitet. Es gibt künftig einen Tabellenteil „allgemein empfohlener Impfungen“ inklusive Empfehlungen für Nachhol-Impfungen, und einen allgemeinen Teil.
Sämtliche Literaturverweise wurden der besseren Nachvollziehbarkeit wegen als Fußnoten angebracht.


Übersichtstabellen empfohlener Impfungen: Updates, Präzisierungen und Ergänzungen wurden durchgeführt.
FSME: Hinweise zu korrekten Applikation und Impfalter bei Erstimmunisierung
Hepatitis B: Risikogruppen: Neu-Gruppierung der Risikogruppen
postexpositionelle Prophylaxe: Aktualisierung der Empfehlungen
Masern: Empfehlung nun bereits ab dem vollendeten 9. Lebensmonat
Meningokokken C: Präzisierungen der Empfehlungen
Pneumokokken: Impfung mit dem konjugierten Pneumokokkenimpfstoff angeimpfter Personen bereits 1 Jahr nach PPV23.

Allgemeine Erläuterungen:
Neues Kapitel „Vorgehen bei Lieferengpässen von Impfstoffen mit azellulärer Pertussiskomponente
Überarbeitung des Kapitels „Nachbeobachtung nach Impfungen
Neues Kapitel „Impfungen bei Allergie“ und neues Kapitel „Transmission von Impfviren“

Impfung spezieller Personengruppen
Impfungen bei Frühgeborenen: Erweiterte Empfehlung hinsichtlich Rotavirusimpfung
Kapitel „Impfungen bei Immunsuppression“ wurde durch aktuelle Expertenempfehlungen ersetzt.
Weitere Informationen/Links: Ergänzung weiterer Links

Erweiterte Impfempfehlungen unter besonderer Berücksichtigung von spezifischen Berufsgruppen (Stand 2015)
Die Empfehlungen als Erweiterung des Österreichischen Impfplans finden Sie hier

Impfempfehlung für Helferinnen und Helfer sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Versorgung von Asylsuchenden: hier

Impfempfehlung für in Asyl-Erstaufnahmezentren aufgenommene Personen: hier

Gesamter "Österreichischer Impfplan 2017" hier

Die wichtigsten Tabellen aus dem aktuellen österreichischen Impfplan 2017: