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Tuberkulose (Schwindsucht, Tbc, Morbus Koch)
 
 
Tuberkulose (Schwindsucht, Tbc, Morbus Koch)

Tuberkulose gehört zu den meldepflichtigen Erkrankungen!

Erreger: Mykobakterium tuberculosis (Bakterium)

Infektionsquelle: Personen, die an einer offenen Lungentuberkulose erkrankt sind. Die Ansteckungsgefahr hängt von der Konzentration der Erreger in der Luft und dem speziellen Typ des Tbc-Bakteriums ab (Dauer des gemeinsamen Aufenthaltes mit einem Erkrankten in einem geschlossenen Raum, räumliche Enge des Kontaktes).

Übertragung: Tröpfcheninfektion (Einatmung infizierter Speicheltröpfchen) hauptsächlich von Mensch zu Mensch.
Infizierte Menschen geben die Bakterien nur an andere Menschen weiter, wenn die Tuberkuloseherde in der Lunge einen direkten Anschluss an die Bronchien haben ("offene Tbc"). Das heißt: Nicht jeder, der sich selbst infiziert hat, ist auch Überträger der Krankheit.
Eine Ansteckung über infizierte Gegenstände, Kleidung oder durch die Ausscheidung von Tbc -Bakterien aus anderen Organen als die Lunge ist selten.

Nicht jede Infektion führt zu einer Erkrankung. Bei Erwachsenen kann der Erreger Jahrzehnte lang im Körper inaktiv bleiben und später zu Ausbrüchen führen. Mehr als die Hälfte der Kleinkinder erkranken allerdings innerhalb eines Jahres nach erfolgter Exposition. Daher ist das rechtzeitige Erkennen von Erkrankten die einzige Möglichkeit diese Krankheit in den Griff zu bekommen.
Momentan wird in Österreich der Großteil der Neuerkrankungen durch Migration aus Ländern mit hoher Tuberkulose-Inzidenz eingeschleppt. Es ist unbedingt erforderlich Patienten mit Verdacht auf Tuberkulose einer Tuberkulosefürsorgestelle oder spezialisierten Behandlungseinheit zuzuweisen, um eine weitere Verbreitung in Österreich hintanzuhalten.

Inkubationszeit: zwischen 3 Monaten und mehreren Jahren dauern.

Krankheitsbild: Man unterscheidet zwischen:
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Infektion mit Tuberkulose-Erregern: Der körpereigenen Abwehr gelingt es, die Tuberkulosebakterien an der Ausbreitung und Vermehrung im Körper zu hindern.

-Tuberkuloseerkrankung: Durch Vermehrung der Tuberkulosebakterien kommt es zu entzündlichen Veränderungen in der Lunge (oder seltener auch in Nieren, Lymphknoten und Knochen).
Häufig bestehen keine charakteristischen Beschwerden, sondern allg. Symptome: Erschöpfung, Krankheitsgefühl, Husten (erst im fortgeschrittenen Stadium mit Auswurf und Blutbeimengung), Nachtschweiß, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, leichtes Fieber (besonders in den Nachmittagsstunden).

Behandlung: Eine Tuberkuloseerkrankung ist umso besser zu heilen, je früher sie erkannt wird. Therapiert wird mit einer Kombination aus drei oder vier Antibiotika, sogenannten Antituberkulotika.

Vorbeugung: Es gibt keinen absolut wirksamen Schutz gegen eine Ansteckung mit Tuberkulosebakterien. Nur durch frühzeitiges Erkennen und Behandlung der Erkrankten können Ansteckungen verhindert werden. Im Umgang mit Tuberkulosekranken sind ein Mundschutz, Einmalschutzmantel, Handschuhe sowie gründliche Händedesinfektion nach Ausziehen der Handschuhe erforderlich. Von den Erkrankten berührte bzw. angehustete Flächen und Gegenstände (Türgriff, Telefon) müssen regelmäßig wischdesinfiziert werden.

Gute Raumbelüftung ist der beste Schutz.

Derzeit steht in Österreich keine zugelassene Tuberkuloseschutzimpfung (BCG-Impfstoff) zur Verfügung. In vielen Ländern gehört diese Impfung nach wie vor zu den Pflichtimpfungen. Auf Bestellung kann der Impfstoff beschafft werden. Da die Ansteckungsgefahr in Mitteleuropa weiterhin sehr, sehr gering ist, wird eine generelle Impfung nicht empfohlen.

Indikations-/Reiseimpfung:
Manche Hochinzidenzländer verlangen bei Einreise den Nachweis einer BCG-Impfung bei Kleinkindern und Kindern. Für diese seltenen Ausnahmefälle kann man sich an die für den Wohnort zuständige Tuberkulosefürsorgestelle wenden. Die BCG-Impfung schützt nicht vor Infektion, sie schützt jedoch in Hochinzidenzländern Kleinkinder, welche eine hohe Infektionsexposition durch Erwachsene haben vor schweren Krankheitsverläufen.

(Erstellung: 11/2014)