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Ablaufdatum beachten
 
Wie man abgelaufene Medikamente fachgerecht entsorgt
 
Bei den Arzneimitteln ist es wie bei den Lebensmitteln: alle haben gesetzlich vorgegeben ein Ablaufdatum, das – richtige Lagerung vorausgesetzt – die hohe Qualität bis zum aufgedruckten Datum garantiert. Arzneistoffe können im Wesentlichen – wie die Lebensmittel - durch Luft (Sauerstoff) oxidiert oder durch Wärme bzw. Kälte und Licht zerstört werden. Bei den Lebensmitteln kann man sich leicht selbst davon überzeugen: Oxidiertes Speiseöl oder Fett wird ranzig (typischer Geruch!), Milch wird „sauer“, der Wein „bricht“, Gewürze verlieren an Aroma, etc.









Bei den Arzneimitteln sind diese Veränderungen oft selbst für den Fachmann nur mit großem technischen Aufwand nachzuweisen. Deshalb hat der Gesetzgeber generell verfügt, dass alle Arzneistoffe nach einer Laufzeit von längstens fünf Jahren aus dem Verkehr zu ziehen sind. Denn die Sicherstellung der Qualität eines Arznei- oder Hilfsstoffes ist Voraussetzung, um eine optimale medikamentöse Therapie zu gewährleisten. Bei langer Lagerung kann sich nämlich nicht nur der Arzneistoff verändern und dann schlechter wirken, auch die sogenannten Hilfsstoffe altern: bei Tabletten kann es beispielsweise vorkommen, dass sie sich im Magen nicht mehr oder nur viel zu langsam auflösen, weil die Hilfsstoffe "hart" werden.

Es ist zwar kaum anzunehmen, dass sich nach dem Ablaufdatum die Arznei gleich in ein gesundheitsschädliches Produkt verwandelt, eine 100%ige Garantie für die Unversehrtheit des abgelaufenen Arzneimittels könnte nur eine sehr aufwändige Analyse bringen. Und deshalb dürfen abgelaufene Medikamente nicht mehr angewendet werden.

Der richtige Umgang mit Medikamenten
Ob Tabletten, Kapseln, Dragees, Tropfen, Säfte, Zäpfchen oder Ampullen: Medikamente müssen richtig aufbewahrt und korrekt angewendet werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen und nicht zu schaden. Beachten Sie immer die Lagervorschriften auf der Packung. Arzneimittel sollten prinzipiell immer trocken, kühl und lichtgeschützt aufbewahrt werden – am besten in einem eigens dafür vorgesehen Behältnis, der so genannten Hausapotheke. Das Badezimmer ist nicht der geeignete Ort für Arzneimittel. Lassen Sie Medikamente nie frei herum liegen. Fläschchen, Röhrchen und Döschen immer fest verschließen. Die Hausapotheke sollte versperrt und vor dem Zugriff durch Kinder gesichert sein. Wenden Sie Arzneimittel niemals über das Ablaufdatum hinaus an. Angebrochene Packungen von Nasen- oder Augentropfen dürfen nur einige Wochen nach dem erstmaligen Öffnen verwendet werden (Datum auf die Packung schreiben!!). Lassen Sie Ihre Hausapotheke einmal jährlich von Ihrem Apotheker überprüfen; er beantwortet auch gerne Ihre diesbezüglichen Fragen.

Wichtige Zusammenfassung:

Die Unversehrtheit und Wirksamkeit eines Medikaments ist bis zum Ablaufdatum vom Hersteller laut Gesetz garantiert. Danach noch ein Arzneimittel weiter zu verwenden, ist nicht ratsam.

Es gilt zu beachten, dass das aufgedruckte Verfalldatum sich nur auf verschlossene Packungen bezieht. Angebrochene Medikamente, insbesondere Augentropfen, Säfte und Salben können rasch verderben, da sie bei jedem Öffnen kontaminiert, d.h. mit Keimen verunreinigt werden.

Augentropfen ohne Konservierungsmittel sind nur maximal vier Wochen nach Herstellung haltbar. Mit Konservierungsmittel darf die Flasche ebenfalls nur bis vier Wochen nach Anbruch verwendet werden. Notieren Sie das Anbruchdatum und den Namen des Verwenders auf der Packung.

Die falsche Lagerung
Eine falsche Lagerung lässt Medikamente vorzeitig verderben. Im Sommer wird es ihnen im Auto schnell zu heiß.

Genauso falsch ist es, wenn Sie Medikamente die nicht für die für den Kühlschrank vorgesehen sind im Kühlschrank lagern. Der Wirkstoff kann dann leicht ausfallen.

Auch bei antibiotischen Kindersäften ist Vorsicht geboten. Geben Sie nur die in den Kühlschrank, die in den Kühlschrank gehören.

Zäpfchen ab 25 Grad in den Kühlschrank
Bei einer Raumtemperatur von über 25 Grad aber sind Zäpfchen im Kühlschrank besser aufgehoben.

Chemische, physikalische und mikrobiologische Veränderungen in überlagerten Arzneimitteln sind manchmal durch Verfärbungen, Trübungen oder Geschmacksveränderungen erkennbar. Meist sieht man den Medikamenten aber nicht an, dass sie abgelaufen sind. Sollte Sie sich im Einzelfall nicht sicher sein, so kommen Sie einfach in Ihre Apotheke. Dort werden Sie jederzeit fachmännisch beraten.

Die MA 48 und die Österreichische Apothekerkammer informieren über "Entsorgen ohne Nebenwirkungen":
Folder:
altmedi folder MA48 final.pdfaltmedi folder MA48 final.pdf